Schwerin, 27. Februar 2020. Die sogenannten "Entlastungsleistungen" wurde im letzten Jahr in Mecklenburg-Vorpommern nur von 59 Prozent aller Berechtigten in Anspruch genommen. Vier von zehn Betroffenen verzichten damit auf diese finanzielle Unterstützung. Das meldet die Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern und bezieht sich auf eigene Auswertungen. Um Pflegebedürftige und Pflegende zu entlasten, stehen monatlich 125 Euro zur Verfügung. "Die Angehörigen tragen die Hauptlast der Pflege und sind oft stark strapaziert, eine Entlastungsleistung kann durchaus hilfreich sein", sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Als Entlastungsleistungen lassen sich zum Beispiel Betreuungsangebote und bestimmte Pflegeleistungen, aber auch Haushaltshilfen abrechnen. So sollen sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige unterstützt und ihnen ihr Alltag erleichtert werden.

Digitalisierung bietet Pflegebedürftigen einige Chancen

"Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in unserer älter werdenden Gesellschaft auch in den kommenden Jahren noch wachsen", so die TK-Chefin.  Um 17 Prozent stieg in Mecklenburg-Vorpommern die Anzahl der TK-versicherten Pflegebedürftigen 2019 im Vergleich zum Vorjahr an. Die meisten von ihnen wollen verständlicherweise so lange wie möglich zu Hause wohnen. "Wir müssen gemeinsam mit anderen Pflegekassen und der Politik dafür sorgen, dass Angebote sichtbar gemacht werden", betont Austenat-Wied. Dabei bietet die Digitalisierung einige Chancen, um sie in Zukunft verstärkt zu nutzen.

Unterstützung für pflegende Angehörige

Die TK unterstützt pflegende Angehörige mit zusätzlichen Angeboten. Dazu gehört die Möglichkeit, auf www.tkpflegecoach.de einen digitalen Pflegekurs zu absolvieren. Durch das Onlineangebot www.pflegen-und-leben.de erhalten pflegende Angehörige psychologische Unterstützung in Belastungssituationen. Das Kursangebot "Pflegen und sich pflegen lassen" ermöglicht Angehörigen, sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen. 

Hinweis für die Redaktion


Laut Statistischem Landesamt bezogen Ende 2017 rund 91 000 Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Sie hat im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2015 um 15 Prozent zugenommen. Demnach leben inzwischen rund 105.000 Pflegebedürftige in Mecklenburg-Vorpommern.