Mainz, 4. April 2019. Innerhalb von zehn Jahren hat die Zahl pflegebedürftiger Rheinland-Pfälzer von 102.441 auf 161.164 zugelegt - eine prozentuale Steigerung von mehr als 57 Prozent. Dies teilt die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Mainz heute mit. Die Kasse bezieht sich dabei auf eine Auswertung des Statistischen Landesamtes. "Einerseits ist es natürlich erfreulich, dass wir immer älter werden. Doch steigt mit fortschreitenden Jahren auch das Risiko, pflegebedürftig zu sein", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung. Die meisten Menschen, auch das zeigt die Auswertung des Statistischen Landesamtes, sind ab dem 80. Lebensjahr auf Unterstützung angewiesen.

Dennoch haben bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der TK 52 Prozent der interviewten Rheinland-Pfälzer, Hessen und Saarländer angegeben, sich noch keine Gedanken über eine finanzielle Vorsorge im Fall eigener Pflegebedürftigkeit gemacht zu haben. 32 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, keine finanziellen Vorkehrungen getroffen zu haben. "Auch wenn es belastend sein kann, sich mit dem Gedanken der eigenen Pflegebedürftigkeit zu befassen, müssen wir uns alle bewusst machen, dass die gesetzliche Pflegeversicherung keine Vollfinanzierung leistet. Sie stellt lediglich die Basis der persönlichen Absicherung - vergleichbar einer Teilkaskoversicherung - dar", betont der TK-Landeschef.

Bei einer Heimunterbringung beispielsweise fallen für Versicherte, neben den Kosten für die Unterkunft, weitere Ausgaben im Alltag an, welche die Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse überschreiten können. "Die Pflegereformen der letzten Jahre waren zwar dringend notwendig und wurden ja auch entsprechend gelobt. Nichtsdestotrotz haben die Novellierungen die Zahl der Anspruchsberechtigten bundesweit um eine halbe Millionen Menschen erweitert. Diese Erweiterung ist folglich auch maßgeblich für das imposante Minus von 3,6 Milliarden Euro der Pflegekassen verantwortlich." Auch angesichts dieser Entwicklungen ist der TK-Landesvertretungsleiter überzeugt, sollte man auf den Fall der eigenen Pflegebedürftigkeit vorbereitet sein.