Hamburg, 10. Oktober 2019. Nur knapp die Hälfte (49,3 Prozent) der TK-versicherten Pflegebedürftigen in Hamburg nimmt sogenannte "Entlastungsleistungen" der Pflegekasse in Anspruch. Damit stieg die Inanspruchnahme zum vergangenen Jahr leicht an (47 Prozent). Das meldet die Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung. In Hamburg leben derzeit rund 63.100 Pflegebedürftige, von ihnen werden knapp 48.000 zu Hause versorgt. Pflegebedürftigen stehen pro Kopf und Monat 125 Euro zu, um die Pflegenden zu entlasten. 

"Da 76 Prozent der Pflegebedürftigen in der Hansestadt zu Hause versorgt werden, sind häufig die Angehörigen stark belastet", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. Als Entlastungsleistungen lassen sich zum Beispiel Betreuungsangebote und bestimmte Pflegeleistungen, aber auch Haushaltshilfen abrechnen. "So sollen sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige unterstützt und ihr Alltag erleichtert werden", so Puttfarcken.

Entlastungsleistungen - Hürden abbauen und flexibilisieren

Um den Entlastungsbetrag zu erhalten, muss kein gesonderter Antrag gestellt werden - jeder Pflegebedürftige, der einen Pflegegrad hat und zu Hause versorgt wird, hat darauf automatisch Anspruch. "Wir sehen zwar, dass die Inanspruchnahme der Entlastungsleistungen leicht angestiegen ist. Trotzdem scheint das Angebot noch zu wenig bekannt", sagt Maren Puttfarcken. 

Auch die monatliche Festlegung auf 125 Euro bringt bürokratische Hürden mit sich. Aus TK-Sicht wäre es daher sinnvoll, statt der monatlichen 125 Euro ein flexibles Jahresbudget von 1.500 Euro zu schaffen. Puttfarcken: "Wenn Versicherte im Januar eine Rechnung über 800 Euro für Entlastungsleistungen einreichen, können wir sie nicht ohne Weiteres erstatten. Kommt die Rechnung mit dem gleichen Betrag im November, ist es kein Problem. Hier wären flexiblere Regeln sinnvoll."

Hinweis für die Redaktionen

Der Stichtag für die Datenabfrage war in den Jahren 2018 und 2019 jeweils der 30. Juni. 

Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI: Ab Pflegegrad 1 stehen Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege monatlich bis zu 125 Euro zu. Weitere Infos stehen unter www.tk.de, Suchbegriff Angebote zur Unterstützung im Alltag

Daten zur aktuellen Pflegesituation in Hamburg und bundesweit gibt es beim Statistischen Bundesamt unter www.destatis.de, Suchbegriff Pflege.