Hamburg, 12. Februar 2020. Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst weiter: Um 15,7 Prozent stieg die Anzahl der TK-versicherten Pflegebedürftigen 2019 im Vergleich zum Vorjahr an. Das ergab eine Auswertung der TK-Pflegeversicherung. Dabei gibt es erhebliche regionale Unterschiede: Während der Anstieg in Sachsen 20 Prozent betrug, waren es in Baden-Württemberg nur 13 Prozent.

Besonders auffällig ist die nach wie vor geringe Inanspruchnahme von Entlastungsleistungen, die allen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad zustehen, wenn sie zu Hause gepflegt werden. Ende 2019 wurden sie von nur 53,7 Prozent aller Berechtigten in Anspruch genommen. Auch hier gibt es regionale Unterschiede: Während zum Beispiel in Sachsen 62,7 Prozent den finanziellen Zuschuss nutzten, waren es in Hessen nur 46,7 Prozent. Mögliche Gründe dafür können neben fehlender Kenntnis des Angebots auch Unterschiede in den gesetzlichen Regelungen der Bundesländer sein. Denn wie die monatlich 125 Euro eingesetzt werden dürfen, wird auf Landesebene entschieden. Hinzu kommt, dass das Budget monatlich gedeckelt ist. Das schränkt Pflegebedürftige in ihrer Flexibilität ein, weil sie im Jahresverlauf weniger individuelle Schwerpunkte setzen können. Die TK setzt sich deshalb für ein flexibel einsetzbares Jahresbudget von 1.500 Euro ein - statt der bisherigen monatlichen Summe. 

Digitalisierung im Sinne der Pflegebedürftigen

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Der erneute Zuwachs der Pflegebedürftigen macht deutlich, dass die Herausforderungen in der Pflege wachsen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Angebote sichtbar gemacht werden und für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen keine zusätzlichen Belastungen durch Bürokratie entstehen. Dafür müssen wir auch die Chancen der Digitalisierung noch viel stärker nutzen." 

Schon heute bietet die TK zusätzlich zu den klassischen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verschiedene digitale Angebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Dazu gehört der online Pflegekurs "TK-Pflegecoach" oder die Nutzung der Online-Beratung pflegen-und-leben.de in Belastungssituationen.

Die TK auf dem Deutschen Pflegetag 2020

Wie lässt sich die Pflege der Zukunft gestalten und die Digitalisierung im Sinne der Pflegebedürftigen vorantreiben? Darüber diskutiert die TK gemeinsam mit Politik und Pflegenden auf dem Deutschen Pflegetag vom 12. bis 14. März 2020. Unter anderem bei der Diskussionsveranstaltung am 12. März von 16:45 Uhr bis 18 Uhr in Halle 7. Dort debattieren mit Thomas Ballast, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der TK, Dirk Heidenblut (digitalpolitischer Sprecher der SPD), Tino Sorge (digitalpolitischer Sprecher der CDU), Jan Broenneke (health innovation hub, hih) sowie Anett Hüssen (Hauskrankenpflege Dietmar Depner). Die Moderation übernimmt Rebecca Beerheide. Am TK-Stand (Halle 7, Stand 6) erhalten Besucher Informationen zu bestehenden und geplanten Angeboten der TK.

Hinweis für die Redaktion

Bei Entlastungsleistungen handelt es sich um ein monatliches Budget von 125 Euro, womit verschiedene Leistungen und Angebote bezahlt werden können, die pflegende Angehörige entlasten. Übliche Angebote sind beispielsweise Haushaltshilfen oder Betreuungsangebote, deren Kosten durch die Pflegekasse erstattet werden. Mehr Informationen zu den Leistungen der TK-Pflegeversicherung gibt es unter tk.de (Suchnummer: 2000856).