Saarbrücken, 12. Februar 2020. Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst auch im Saarland weiter: Um 18,8 Prozent stieg die Anzahl der TK-versicherten Pflegebedürftigen 2019 im Vergleich zum Vorjahr an. Das ergab eine Auswertung der TK-Pflegeversicherung anlässlich des Deutschen Pflegetags vom 12. bis 14. März. Damit liegt das Saarland deutlich über dem bundesweiten Anstieg von 15,7 Prozent. Den größten prozentualen Zuwachs im Ländervergleich hatte Sachsen mit 20 Prozent, Baden-Württemberg mit 13 Prozent den niedrigsten. 

Nur jeder Zweite nutzt Entlastungsleistungen

Bei der Auswertung der Daten fällt besonders auf, dass Ende 2019 mit 52,8 Prozent nur etwas mehr als jeder zweite berechtigte Pflegebedürftige im Saarland Entlastungleistungen in Anspruch genommen hat. Diese stehen allen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad zu, wenn sie zu Hause gepflegt werden. Auch hier ist Sachsen mit 62,7 Prozent Inanspruchnahme "Spitzenreiter", der Bundesdurchschnitt liegt bei 53,7 Prozent. 

Mögliche Gründe dafür können neben fehlender Kenntnis des Angebots auch Unterschiede in den gesetzlichen Regelungen der Bundesländer sein. Denn wie die monatlich 125 Euro eingesetzt werden dürfen, wird auf Landesebene entschieden. Hinzu kommt, dass das Budget monatlich gedeckelt ist. Das schränkt Pflegebedürftige in ihrer Flexibilität ein, weil sie im Jahresverlauf weniger individuelle Schwerpunkte setzen können. Die TK setzt sich deshalb für ein flexibel einsetzbares Jahresbudget von 1.500 Euro ein - statt der bisherigen monatlichen Summe. 

Digitalisierung bietet Pflegebedürftigen einige Chancen

"Durch den demografischen Wandel wird die Zahl der Pflegebedürftigen vermutlich auch in den kommenden Jahren weiter deutlich wachsen. Die meisten von ihnen wollen verständlicherweise so lange wie möglich zu Hause wohnen. Daher müssen wir gemeinsam mit den anderen Pflegekassen und der Politik dafür sorgen, dass Angebote sichtbar gemacht werden", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung. "Durch unnötige Bürokratie dürfen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen keine zusätzlichen Belastungen entstehen. Dabei bietet die Digitalisierung einige Chancen, die wir in Zukunft verstärkt nutzen müssen." 

Schon heute bietet die TK zusätzlich zu den klassischen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verschiedene digitale Angebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Dazu gehört der online Pflegekurs "TK-Pflegecoach" oder die Nutzung der Online-Beratung pflegen-und-leben.de in Belastungssituationen. 

Hinweis für die Redaktion

Bei Entlastungsleistungen handelt es sich um ein monatliches Budget von 125 Euro, womit verschiedene Leistungen und Angebote bezahlt werden können, die pflegende Angehörige entlasten. Übliche Angebote sind beispielsweise Haushaltshilfen oder Betreuungsangebote, deren Kosten durch die Pflegekasse erstattet werden. Mehr Informationen zu den Leistungen der TK-Pflegeversicherung gibt es unter tk.de (Suchnummer: 2000856).