Hamburg, 12. Dezember 2018. Sie haben im Dezember den härtesten Job gleich nach dem Weihnachtsmann: Deutschlands Post- und Paketzusteller kämpfen sich von früh bis spät durch den Vorweihnachtsverkehr, um Millionen von Online-Bestellungen, Geschenksendungen und Weihnachtskarten auszuliefern. Immer unter Zeitdruck, bei stressigen Verkehrs- und widrigen Wetterbedingungen.

Das geht offenbar nicht spurlos an den Beschäftigten vorüber. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) meldet, sind Post- und Paketzusteller deutlich mehr krankgeschrieben als das Mittel der Beschäftigten. Statistisch gesehen sind Brief- und Paketboten 25,2 Tage im Jahr krankgeschrieben, die Berufstätigen insgesamt fehlten mit 15,2 Tagen zehn Tage weniger. Der Krankenstand bei den Zustellern liegt damit bei 6,9 Prozent.

Körperliche Anstrengung und hoher Stresslevel machen krank

Albrecht Wehner, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung: "Bei den Beschäftigten der Zustelldienste kommen viele Belastungsfaktoren zusammen: Zu der starken körperlichen Anstrengung kommt ein hoher Stresslevel - nicht nur in der Weihnachtszeit. Wir wissen aus früheren Studien, dass vor allem im Dienstleistungssektor, in dem es die Beschäftigten auch mit unzufriedenen Kunden zu tun haben, stressbedingte Erkrankungen häufiger vorkommen."

Die Auswertung der TK bestätigt das: 3,7 Tage Fehltage (Durchschnitt über alle Beschäftigte: 2,7 Tage) entfallen bei den Post- und Paketzusteller auf psychische Erkrankungen wie Depressionen und Belastungsstörungen, sieben Tage auf Muskel-Skeletterkrankungen (Durchschnitt: 2,8) und vier Tage auf Verletzungen und Vergiftungen (Durchschnitt 1,6).

Respektvolles Miteinander und Wertschätzung 

"Die Daten zeigen, dass hier deutlich mehr in die Gesundheit der Beschäftigten investiert werden muss. Die Krankenkassen haben ein großes Angebot zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement", empfiehlt Wehner. "Das reicht von Arbeitsschutzmaßnahmen, um Unfällen und Verletzungen vorzubeugen, über Rückenschulungen bis zu Resilienztrainings, um die Beschäftigten gegen den Stress zu wappnen, der sich gerade in diesen Tagen nicht vermeiden lässt."

Zudem appelliert die TK auch an die Kunden der Zustelldienste. "Natürlich zahlen auch ein respektvolles Miteinander und ein wertschätzender Umgang auf die Gesundheit ein - bei Zustellern und Empfängern", so der TK-Gesundheitsexperte.

Hinweis für die Redaktionen

Grundlage sind die Krankschreibungsdaten 2017 der derzeit fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen (Berufstätige und ALG I-Empfänger), darunter 16.517 Beschäftigte von Post- und Zustelldiensten. Die  Gesundheitsberichte der TK sind online verfügbar. Mit dem TK- Fehlzeitentool können Krankenstände für Fehlzeiten nach Regionen, Geschlechtern und Berufsgruppen konfiguriert werden.