Dresden, 9. Oktober 2019. Die Grippe-Zeit hat begonnen. "Eine Influenza ist keine harmlose Erkältung. Die Impfung kann dagegen schützen, weil sie das Immunsystem trainiert. Jetzt ist die beste Zeit, sich gegen die Viren immunisieren zu lassen", rät Simone Hartmann, Leiterin der Techniker Krankenkasse (TK) in Sachsen. Es dauert etwa 14 Tage, bis die Grippe-Impfung wirkt und der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufbaut. Eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz, weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren verändern. Außerdem verläuft eine Infektion bei Geimpften meist harmloser als bei Nichtgeimpften.  

22.642 Influenza-Erkrankungen

In Sachsen gab es laut Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) in der vorigen Saison 22.642 Influenza-Erkrankungen, darunter 69 Todesfälle. Über die Hälfte der gemeldeten Fälle betraf Patienten im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. 12 Prozent der Fälle waren über 64-Jährige und fast ein Drittel der Erkrankungen traten bei Kindern und Jugendlichen auf. Das ist zweitgrößte Welle seit Erfassung im Jahr 2001. In der vorherigen Saison - von 2017 zu 2018 - bewegten sich die Fallzahlen auf dem doppelten Niveau! 

Außergewöhnliche Grippe-Welle

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der TK zeigt, 85 Prozent der Befragten in Sachsen fühlen sich sehr gut bzw. gut über das Thema Impfen informiert. Mit ihrem Arzt besprechen 76 Prozent ihren Impfstatus, und 93 Prozent würden sich zu den Impfbefürwortern zählen. Laut sächsischer Impfdatenbank haben sich in Sachsen allerdings nur 28,5 Prozent im Jahr 2018 (bis zum 31.12.18) gegen Grippe impfen lassen. Diese Fakten passen für Simone Hartmann nicht zusammen. "In der außergewöhnlichen Grippewelle vor zwei Jahren starben in Deutschland über 25.000 Menschen. Die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln ist absolut nicht nachvollziehbar."   

Die Impfrate in Sachsen weist seit der Saison 2009/ 2010 einen kontinuierlichen Rückgang auf, von 41,8 Prozent auf jetzt 28,5 Prozent. "Die Zahlen widerspiegeln aus meiner Sicht eine deutliche Impfmüdigkeit, was die Herdenimmunität schwächt. Die Grippeviren werden in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt. Opfer sind insbesondere Menschen mit geschwächtem Immunsystem", so Hartmann.   

Gründliches Händewaschen

Die Influenza-Viren können durch winzige Tröpfchen übertragen werden. Deshalb sind gründliches Händewaschen und Abstandhalten zu Erkrankten sehr wichtige Schutzmaßnahmen.  

Die Impfkommissionen empfehlen die Vierfach-Impfung. Es sind keine Engpässe zu erwarten. Die Influenza-Impfung aller Kinder (ab vollendetem 6. Lebensmonat), Jugendlichen und Erwachsenen ist TK- Leistung in Sachsen und über die KV-Karte abrechenbar.