Mainz, 15. September 2020. Der Erfolg eines möglichen Corona-Impfstoffs hängt maßgeblich davon ab, wie viele Menschen bereit sein werden, sich impfen zu lassen. Jedoch ist schon bei etablierten Impfungen gegen potentiell tödlich verlaufende Krankheiten wie etwa der Grippe oder Tetanus festzustellen, dass viele Menschen die Impfung nicht in Anspruch nehmen. So nutzte in der Vergangenheit in Rheinland-Pfalz nur etwa ein Drittel der über 60jährigen die Chance auf eine Immunisierung gegen Grippe. "Wir erwarten hier jedoch aufgrund der Pandemie im Herbst und Winter eine steigende Nachfrage. 15,3 Millionen Dosen des Influenza-Impfstoffs hat das Paul-Ehrlich-Institut bereits freigegeben, insgesamt sollen laut Institut mindestens 21 Millionen Dosen zur Verfügung stehen", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. 

Nur knapp zwei Drittel haben alle empfohlenen Impfungen

Laut einer Forsa-Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) sagen nur sechs von zehn Befragten in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland, dass sie alle von der ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen bekommen haben. Ein Viertel der Befragten ist demnach nicht vollständig geimpft, 13 Prozent der Umfrageteilnehmer waren sich unsicher.

Bei der Umfrage gaben zudem fünf Prozent der Menschen an, Impfungen generell abzulehnen, sechs Prozent sagten, ihr Impfstatus interessiere sie nicht.

Drei Viertel der Befragten fühlten sich insgesamt gut über Impfungen informiert, allerdings war auch jeder Fünfte der Meinung, weniger gut oder schlecht informiert zu sein. Fast ein Drittel der Forsa-Befragten interessiert laut eigenen Angaben das Thema Impfen wenig bis gar nicht.

Suche nach dem Impfpass wird künftig überflüssig

"Nicht nur während einer Pandemie sind Impfungen wichtig. Sie schützen generell davor, schwerwiegend zu erkranken. Deshalb sollte jeder seinen Impfstatus kennen und eventuell vom Hausarzt im Impfpass checken lassen", sagt Jörn Simon. Laut Forsa-Umfrage wissen vier Prozent der Befragten nicht, wo ihr Impfpass ist, 13 Prozent haben nur eine Vermutung, wo er sein könnte. "Es ist zu hoffen, dass dieses Problem in Zukunft vom Tisch ist, wenn der Impfpass in die elektronische Patientenakte integriert werden kann. Dann könnte der Arzt den Impfstatus mit Zustimmung des Versicherten auf seinem Mobiltelefon überprüfen. Eine zusätzliche Impferinnerung, die dann möglich sein soll, wird ein weiterer Pluspunkt der elektronischen Patientenakte sein", ist sich Simon sicher. 

Hinweis für die Redaktion 

Die Impfquoten zur Influenza-Impfung wurden berechnet in der "KV-Impfsurveillance" aus Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen. Die KV-Impfsurveillance wird vom Robert-Koch-Institut koordiniert und in Kooperation mit allen Kassenärztlichen Vereinigungen durchgeführt.

Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage stammen von September 2019 und wurden somit vor der Pandemie erhoben.