Hamburg, 4. Januar 2021. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Kinder und Jugendliche zwischen acht und 21 Jahren häufiger von Cybermobbing betroffen sind als noch vor drei Jahren. Die Zahl der Fälle ist seit 2017 um mehr als ein Drittel (36 Prozent) gestiegen. "Cybermobbing nimmt zu - auch bei jüngeren Schülerinnen und Schülern. Durch die Corona-Pandemie wurde diese Entwicklung noch weiter verstärkt. Kinder und Jugendliche sind infolge der Kontaktbeschränkungen häufiger im Netz unterwegs als zuvor und haben noch mehr ihrer sozialen Kontakte dorthin verlagert", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. Waren im Jahr 2017 noch 12,7 Prozent der SchülerInnen von Cybermobbing betroffen, sind es 2020 bereits 17,3 Prozent. Bundesweit sind das fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Das sind einige Ergebnisse der Studie "Cyberlife III - Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern" - eine Kooperation des Bündnisses gegen Cybermobbing und der TK.

Online-Angebot gegen Mobbing hat sich in Corona-Pandemie bewährt

Gerade für Kinder und Jugendliche kann jede Art von Mobbing weitreichende seelische und körperliche Folgen haben. "Um Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen, hat die TK in Kooperation mit der Beratungsstelle Gewaltprävention in Hamburg das Online-Angebot 'Gemeinsam Klasse sein' entwickelt", so Puttfarcken. Seit zwei Jahren ist "Gemeinsam Klasse sein" nach einer Pilotphase in Norddeutschland auch bundesweit verfügbar. Durch auswählbare Module sollen alle Beteiligten für dieses Thema sensibilisiert werden. "Inzwischen setzen mehr als 50 Hamburger Schulen 'Gemeinsam Klasse sein' um. Die Umstellung vom analogen 'Anti-Mobbing-Koffer' auf eine Online-Plattform hat es ermöglicht, sich schnell und unkompliziert auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie einzustellen. In einer neuen Sammlung werden zum Beispiel Ideen für die Umsetzung von 'Gemeinsam Klasse sein' im Hybridunterricht gegeben", sagt Puttfarcken.

Corona-Pandemie: Soziales Miteinander nicht aus den Augen verlieren

"Wichtig ist, dass wir auch in Zeiten der Pandemie, die den Schulalltag komplett auf den Kopf stellt, das soziale Miteinander der Schülerinnen und Schüler nicht aus den Augen verlieren. Insbesondere die Projektbausteine zum Thema Cybermobbing haben während der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen - Regeln für den gemeinsamen Klassenchat werden in der aktuellen Situation immer wichtiger", sagt Kaj Buchhofer von der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg (BSB). "Wir haben festgestellt, dass es an den Schulen weiterhin Bedarf am Programm 'Gemeinsam Klasse sein' gibt. Deshalb haben wir die für eine Teilnahme am Programm notwendige Fortbildung für die Schulen auf ein Online-Format umgestellt." 

Hinweis an die Redaktion

Kaj Buchhofer von der Beratungsstelle Gewaltprävention hat das Projekt in Kooperation mit dem Gesundheitsmanagement der TK entwickelt. Im Interview erklärt er, was das Besondere an der Online-Plattform gegen Mobbing ist.

Auf Wir Techniker beschreibt Sozialpädagoge Holger Hülsemann vom Gymnasium Finkenwerder seine Erfahrungen mit dem Online-Programm "Gemeinsam Klasse sein".

Für die Studie "Cyberlife III - Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern" wurden im Zeitraum von Februar bis November 2020 mehr als 6.000 Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zum Thema Mobbing und Cybermobbing befragt. Nach 2013 und 2017 ist das bereits die dritte Untersuchung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Online-Plattform Gemeinsam Klasse sein.