Mainz, 8. August 2019. Seit dem 1. Juli erhalten alle Versicherte ab 50 Jahre von ihrer Krankenversicherung Post: In dem Schreiben und einer beigelegten Broschüre werden sie über die Möglichkeiten der Darmkrebsfrüherkennung informiert. So können Männer und Frauen ab 50 einmalig an einem ärztlichen Beratungsgespräch teilnehmen, außerdem kann zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr jährlich ein Stuhltest durchgeführt werden, teilt die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) heute mit. Eine Besonderheit gibt es zu beachten: Da Männer statistisch gesehen früher und häufiger an Darmkrebs erkranken als Frauen, können sie bereits ab dem 50. Lebensjahr anstelle des Stuhltest eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen, Frauen hingegen erst ab dem Alter von 55. Die einmalige Wiederholung dieser Untersuchung ist nach zehn Jahren vorgesehen.

Über eine Teilnahme entscheidet der Patient

"Ähnlich wie beim Mammografie-Screening hat der Gesetzgeber entschieden, dass alle Versicherten ab 50 über die Darmkrebsfrüherkennung informiert werden. Dies stellt sicher, dass die Menschen ihre Möglichkeiten kennen und die Vor- und Nachteile abwägen können. Ob das Angebot angenommen wird oder nicht, entscheidet immer der Patient", erklärt Sven Füssel, Leiter Regionales Vertragswesen bei der TK in Mainz.

"Dass die Zahl der Menschen, die an Darmkrebs erkranken, seit Jahren in Rheinland-Pfalz kontinuierlich sinkt, ist sicherlich auch ein Erfolg der Früherkennung. Denn bei einer Darmspiegelung werden Vorstufen des Darmkrebses, sogenannte Polypen, entdeckt und entfernt", erklärt Sven Füssel.

2005 erkrankten in Rheinland-Pfalz noch 71 Männer je 100.000 Einwohner an Darmkrebs, 2016 nur noch knapp 50. Bei den Frauen sanken die Zahlen von rund 45 in 2005 auf 34 je 100.000 Einwohner in 2016. In 2015 sind bei Männern in Rheinland-Pfalz 1.727 Neuerkrankungen registriert worden, bei Frauen 1.376. Laut vorläufige Zahlen sind für 2016 1.578 neu erkrankte Männer und 1.348 Frauen gemeldet worden, teilte die TK mit Bezug auf das Krebsregister Rheinland-Pfalz mit.

Jede zweite Erkrankung wird erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt

"Trotz der Früherkennungsmöglichkeiten werden etwa 55 Prozent der Darmkrebserkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium gemeldet. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass das Angebot immer noch nicht in ausreichendem Maß angenommen wird", bedauert Füssel. Wichtig zu wissen sei, dass die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei über 90 Prozent läge, wenn der Krebs in einem frühen Stadium erkannt werde. Diese Rate sinke auf rund 11 Prozent im letzten Stadium. 

Hinweis für die Redaktion:

Weitere Informationen rund um das Thema Darmkrebs finden Sie auf den Internetseiten der TK .

Die Berichte des Krebsregisters Rheinland-Pfalz finden Sie hier.
Aufgrund von Nachmeldungen wurden die Zahlen für das Jahr 2015 noch nach oben korrigiert.