Erfurt, 9. September 2019. Mit Kuriosem und Fantastischem können Kinder, vor allem im Vorschulalter, gut und gerne dienen. Da werden Brokkoli-Röschen schon mal zu den "komischen Bäumen in der Soße", und unsere Milch kommt ursprünglich - klar - aus dem Supermarkt. Auch wenn solche Aussagen zum Schmunzeln hinreißen, zeigen sie vor allem eins: Es gibt Defizite, und es besteht Handlungsbedarf bei der Ernährungsbildung in den Kindertagesstätten.

Bewusstsein für gesunde Lebensmittel vermitteln

Das Land Thüringen und die Techniker Krankenkasse haben dies gemeinsam zum Anlass genommen, die Ernährungsbildung in Thüringer Kindertageseinrichtungen voranzubringen. Neben ihrer Betreuungs- und Erziehungsfunktion haben Kindertagesstätten auch einen gesetzlichen Bildungsauftrag. In Kitas können bereits Kleinkinder lernen, welche Lebensmittel gesund sind. Deshalb ist das frühzeitige Heranführen von Kindern an die Vielfalt und Herkunft von Lebensmitteln sowie das Aufzeigen ihrer Bedeutung für die Gesundheit sehr wichtig, um ein Bewusstsein für gesundheitsfördernde Lebensmittel zu erzielen. Minister Dieter Lauinger vom Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV) sieht hier eine große Verantwortung bei den Einrichtungen, die gefördert werden sollen: "Das geplante Vorhaben soll Thüringer Kitas bei der Umsetzung Ihres gesetzlichen Bildungsauftrages vor Ort unterstützen, um so Kindern den Weg in eine gesunde Zukunft zu ebnen."

Gemeinsames Projekt im Juli gestartet

Im Juli 2019 ist hierzu das Projekt "Ernährungsbildung in Thüringer Kindertagesstätten" gestartet, welches von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) - Sektion Thüringen in enger Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse konzipiert wurde und mit Unterstützung der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Thüringen e.V. durchgeführt wird. Gefördert wird das Projekt von der Techniker Krankenkasse sowie dem TMMJV.

Gezielte Förderung

Der Fokus wird dabei auf Einrichtungen gelegt, die im Bereich der Gesundheitsförderung einen hohen Beratungsbedarf oder höhere Defizite im Landesvergleich aufzeigen. Insbesondere die in den letzten Jahren auffälligen Landkreise mit einer hohen Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei der Schuleingangsuntersuchung sollen von diesem Projekt zur Ernährungsbildung in den Kindertageseinrichtungen profitieren. "Wir sind in der sozialen Verantwortung, dieses wichtige Thema anzugehen, damit alle Kinder im Kita-Alltag, unabhängig von ihrer Herkunft und sozialem Status, lernen und ausprobieren können, wie eine gesunde Ernährung und Lebensweise aussieht. So lässt sich die Entstehung von ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugen", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landevertretung Thüringen.

Fokus: Nachhaltigkeit

Um Nachhaltigkeit innerhalb der Einrichtungen zu gewährleisten, ist geplant, Multiplikatoren zu schulen, Mittagessensausschüsse einzurichten und Kindern spielerisch Wissen über gesundheitsfördernde Ernährung zu vermitteln. So soll die Verpflegung in den Einrichtungen langfristig verbessert werden. Erarbeitet werden hierzu von der DGE - Sektion Thüringen zielgruppenspezifische Bildungsmaterialien für Erzieher, Eltern und Essensanbieter sowie für die Kita-Kinder, die in den Einrichtungen vorgestellt und erprobt werden.