"Wie macht man Eier- beziehungsweise Pfannkuchen?" - "Flasche auf, Masse in die Pfanne drücken, braten." "Wann wachsen Erdbeeren?" - "Immer, im Supermarkt." "Magst du Tomaten?" - "Ja, Ketchup esse ich jeden Tag."

Solche Antworten klängen lustig, wenn sie nicht so bezeichnend wären. Sich spielerisch mit der Vielfalt und Herkunft von Lebensmitteln und mit Ernährung zu beschäftigen, macht Kindergartenkindern nicht nur Spaß, es fördert auch eine gesunde Entwicklung. Deswegen ist im Juli 2019 das Projekt "Ernährungsbildung in Thüringer Kindertagesstätten" gestartet, an dem nun zehn Kitas aus acht Thüringer Landkreisen teilnehmen.

Nachhaltigkeit durch Spielmaterial und Multiplikatoren

Die Projektleiterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) - Sektion Thüringen hat nach Bedarfsanalysen in den teilnehmenden Einrichtungen Material entwickelt, mit dem besonders Vier- bis Sechsjährige entdecken können, wann welches Obst und Gemüse Saison hat, woher Lebensmittel kommen und was daraus zubereitet werden kann. Die DGE berät die Kitas mit vielfältigen methodischen Ansätzen zur Ernährungsbildung und bildet vor Ort Multiplikatoren aus, um das Wissen langfristig in den Einrichtungen zu verankern. Das spiegelt sich beispielsweise darin wider, dass Pädagogen und Küchenpersonal regelmäßig die Speisepläne kritisch begutachten. Änderungswünsche für das Mittagessen besprechen sie dann gegebenenfalls direkt und gut informiert mit dem Caterer.

Die DGE hat das Projekt in Zusammenarbeit mit der TK konzipiert und wird bei dessen Durchführung von der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Thüringen unterstützt. Finanziell wird das Projekt vom Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV) und der TK gefördert.

Verbraucherschutzminister Dirk Adams (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Meinung, dass durch eine frühzeitige Heranführung an das Thema gesunde Ernährung spätere Probleme wie Übergewicht vermieden werden können. Der Statistik zufolge sind bereits sechs von zehn erwachsenen Menschen in Thüringen übergewichtig. "Übergewicht kann die Entstehung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Daher sollten wir bereits in den Kitas beginnen, unseren Kindern das nötige Wissen über gesunde Ernährung und das Bewusstsein für die Qualität von Lebensmitteln zu vermitteln", erklärt der Minister.

Dort hingehen, wo Hilfe besonders gebraucht wird

Eine Besonderheit des Projekts ist es, dass der Blick auf Einrichtungen konzentriert wird, die in Sachen Gesundheitsförderung einen hohen Beratungsbedarf oder höhere Defizite als im Landesvergleich aufzeigen. Insbesondere die in den letzten Jahren auffälligen Landkreise mit einer hohen Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei der Schuleingangsuntersuchung sollen daher profitieren.

Projekt­lei­terin Irina Platz

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Mit diesen Wimmelbildern lernen Kinder spielerisch, woher Lebensmittel kommen und was man aus ihnen
zubereiten kann.

"Wir sind in der sozialen Verantwortung, dieses wichtige Thema anzugehen, damit alle Kinder im Kita-Alltag unabhängig von ihrer Herkunft und dem sozialen Status lernen und ausprobieren können, wie eine gesunde Ernährung und Lebensweise aussehen und um der Entstehung von ernährungsbedingten Krankheiten vorzubeugen", begründet Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen, das besondere Augenmerk der Kampagne.