Hamburg, 14. November 2019. Kinder, die zu früh auf die Welt kommen, haben in den ersten acht Lebensjahren ein deutlich höheres Krankheitsrisiko als reif geborene Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt der Kindergesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Insgesamt zeigt sich bei 22 von 67 genau untersuchten Krankheitsgruppen ein höheres Erkrankungsrisiko für frühgeborene Kinder. Darunter sind zum Beispiel leichte und mittlere Entwicklungsstörungen oder Sehbeeinträchtigungen. 

"Etwa acht Prozent der Babys werden vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche beziehungsweise mit weniger als 2.500 Gramm Körpergewicht geboren und gelten als Frühgeburt. Diese Kinder haben häufiger gesundheitliche Probleme als reif geborene Kinder", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. So ist das Risiko, an chronischer Bronchitis zu erkranken, bei Frühchen um fast 30 Prozent erhöht - bei Asthmaerkrankungen sogar um mehr als 36 Prozent.

Die TK will die Ergebnisse des Reports nutzen, um passgenaue Versorgungsangebote für betroffene Kinder zu entwickeln. "Dies kann zum Beispiel digital unterstütztes, spielbasiertes Lernen bei der Therapie von Lernentwicklungsstörungen sein", so Puttfarcken. Die TK hat von Anfang an die Entwicklung der App "Neolino" begleitet, die Kinder zwischen drei und sieben Jahren individuell und spielerisch beim Training gegen Sprachfehler unterstützt. 

Hinweis für die Redaktionen

Der Kindergesundheitsreport ist eine Langzeitstudie, die die Abrechnungsdaten von rund 38.800 TK-versicherten Kindern von der Geburt bis zum achten Lebensjahr ausgewertet. 4,3 Prozent der Kinder der Analysegruppe kamen aus Hamburg. Untersucht wurden 461 Krankheitsgruppen mit insgesamt 16.200 Diagnosen. Bei 22 Krankheitsgruppen zeigt sich ein höheres Erkrankungsrisiko für früh geborene Kinder, verglichen mit reif geborenen Kindern. 

Neben den Krankheitsdaten von zu frühgeborenen Kinder wurde auch das Erkrankungsrisiko nach Kaiserschnittgeburt analysiert. Bei 19 Krankheitsgruppen, die Kinder häufig betreffen, zeigt sich ein höheres Erkrankungsrisiko nach einer Kaiserschnittgeburt. Allein sechs dieser Krankheitsgruppen betreffen Entwicklungs- und Verhaltensprobleme.

Der TK-Kindergesundheitsreport steht zum Download unter www.tk.de, Suchnummer 2061920, bereit.