Bremen, 3. Februar 2021. In der ersten Coronawelle wurden in Bremen und Bremerhaven weniger Krebsvorsorgeuntersuchungen wahrgenommen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2021. 

Bei den Früherkennungsuntersuchungen für Gebärmutterhalskrebs ist etwa ein Rückgang um rund ein Fünftel zu verzeichnen. Nahmen im ersten Halbjahr 2019 noch rund 31 Prozent der anspruchsberechtigten TK-versicherten Frauen einen solchen Früherkennungstermin wahr, so sind es von Januar bis Juni 2020 rund 25 Prozent gewesen.

Weniger stark fällt die Entwicklung bei den Männern aus, die traditionell als "Vorsorgemuffel" gelten. Die Inanspruchnahme von Untersuchungen zur Vorbeugung von Prostatakrebs ging 2020 im selben Zeitraum nur um wenige Prozentpunkte von 16 auf rund 14 Prozent der anspruchsberechtigten TK-Versicherten zurück.

Bei den Check-Up-Untersuchungen, dabei handelt es sich um eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung, liegt hingegen ein deutlicher Rückgang, um etwa die Hälfte vor. Nutzten 2020 gut sieben Prozent der anspruchsberechtigten TK-Versicherten die Möglichkeit zum Check-Up, so lag dieser Wert ein Jahr zuvor im ersten und zweiten Quartal noch bei rund 15 Prozent.

Untersuchungen womöglich nur aufgeschoben

"Die Unsicherheit im Umgang mit der Coronapandemie ist an vielen Stellen spürbar. Die Versicherten sollten sich allerdings auch unter diesen Umständen mit der Krebsvorsorge beschäftigen. Je früher eine Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung.", so Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen. Einschränkend fügt sie hinzu: "Tatsächlich ist es aber auch denkbar, dass die Untersuchungen im zweiten Halbjahr 2020 nachgeholt wurden. Die Abrechnungsdaten für diesen Zeitraum liegen uns allerdings erst im Frühsommer 2021 vor."

Neu für Frauen ab 35: alle drei Jahre Pap-Abstrich plus HPV-Test

Bei den Vorsorgeuntersuchungen für Frauen könnte ein weiterer Effekt zum Tragen kommen. Zum 1. Januar 2020 wurden die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs gesetzlich neu geregelt und in ein organisiertes Screening-Programm überführt.

Weiterhin bleibt es für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wie bisher beim jährlichen Screening mittels eines sogenannten Pap-Tests. Frauen ab 35 können den Pap-Test nicht mehr einmal pro Jahr, sondern alle drei Jahre in Anspruch nehmen - dann zusätzlich kombiniert mit einer Untersuchung auf bestimmte Viren (HPV-Test). Bei beiden Tests wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Mit dem Pap-Test werden Zellveränderungen untersucht, die als Vorstufe für Krebs gelten. HPV-Viren wiederum erhöhen das Risiko für solche Zellveränderungen. Die Kombination von Pap- und HPV-Test für Frauen ab 35 Jahren sorgt für zuverlässigere Untersuchungsergebnisse und reduziert durch das neue Dreijahresintervall den Aufwand für Arztbesuche. 

Erstmals persönliche Einladungen per Brief

Frauen zwischen 20 und 65 Jahren erhalten ab sofort alle fünf Jahre Post von ihrer Krankenkasse. Darin enthalten ist eine persönliche Einladung mit Informationen zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Zur Erinnerung wird alle fünf Jahre erneut auf dem gleichen Wege informiert.

Hinweis für die Redaktion

Eine Übersicht der verschiedenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen für Männer und Frauen findet sich auf den Seiten der Techniker Krankenkasse.