Erfurt, 27. Januar 2020. Im vergangenen Jahr sind in Thüringen acht Menschen an der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) erkrankt. Gegenüber den zwölf gemeldeten Fällen 2018 - der höchste Wert der letzten 15 Jahre - ist das ein deutlicher Rückgang.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die FSME-Impfreihe zu beginnen oder sich über eine Auffrischung zu informieren. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Erfurt mit. 

Zehn Risikogebiete im Süden und Osten Thüringens

In Thüringen hat das Robert Koch-Institut (RKI) folgende Städte und Landkreise als FSME-Risikogebiete klassifiziert: Gera, Greiz, Hildburghausen, Jena, den Ilm-Kreis, den Saale-Holzland-Kreis, den Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg und Suhl. Menschen, die in diesen ausgewiesenen Gebieten leben oder sich längere Zeit dort aufhalten, empfiehlt das RKI eine Impfung. 

Auch wer in Süddeutschland Natururlaub plant, sollte das Thema FSME-Impfungen im Blick haben. 466 FSME-Fälle meldet das RKI für 2019 bundesweit, die meisten in Baden-Württemberg und in unserem Nachbarland Bayern. 

Höchstwert bei abgerechneten Impfleistungen

In den ersten beiden Quartalen 2019 rechneten Thüringer Ärzte 125.170 FSME-Impfdosen ab. Das ist die höchste Zahl seit 2012. Dabei wird von April bis Juni schon immer am häufigsten gegen FSME geimpft. 

"Die hohe Impfrate ist ein wichtiger Grund für den Rückgang der FSME-Infektionen", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Deswegen plädiere ich weiter dafür, dass sich die Thüringer zu einer Impfung beraten lassen und auch die nötige Auffrischung nicht aus den Augen verlieren."

Auffrischung des Impfschutzes alle drei bis fünf Jahre empfohlen

Eine Grundimmunisierung mit insgesamt drei Impfungen bietet einen zuverlässigen Langzeitschutz gegen FSME. Zwischen den ersten beiden Impfungen vergehen ein bis drei Monate, danach dauert es weitere zwei Wochen bis ein wirksamer Schutz aufgebaut ist. Die dritte Impfung dient als Langzeitschutz und sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Für gesetzlich Versicherte, die innerhalb der Risikogebiete in Deutschland leben oder sich dorthin begeben, ist die Impfung eine Kassenleistung.

Borreliose am häufigsten übertragen

Bei der FSME handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Die FSME ist ursächlich nicht behandelbar.

Die am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheitserreger in Deutschland sind Borreliose-Bakterien. Die spiralförmigen Bakterien, Borrelien genannt, sitzen im Darm der Zecke. Daher ist die Gefahr einer Übertragung höher, je länger die Zecke am Wirt saugen kann. Die bakterielle Borreliose-Erkrankung ist nicht ansteckend und lässt sich mit Antibiotika behandeln. Im Gegensatz zu FSME gibt es gegen Borreliose keine Impfung.

Hinweis für die Redaktion

Details zur FSME-Impfung sind auf den Internetseiten der Techniker Krankenkasse zu finden. Die FSME-Risikogebiete und weitere Fakten zur Erkrankung stellt das RKI online zur Verfügung.