Erfurt, 5. März 2021. Das Weimarer Land ist neu als Risikogebiet für die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) eingestuft. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich auf aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

Damit sind nun zwölf Kreise beziehungsweise Städte im Süden, Osten und der Mitte des Freistaats vom RKI als FSME-Risikogebiet klassifiziert: die Städte Gera, Jena und Suhl, außerdem die Landkreise Greiz, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg, der Ilm-Kreis, der Saale-Holzland-Kreis, der Saale-Orla-Kreis und seit Beginn des Jahres das Weimarer Land.

"Sich jetzt impfen zu lassen, ist in keinem Fall zu früh. Pandemiebedingt halten sich die Menschen aktuell noch häufiger in der freien Natur auf, als es im Frühling ohnehin der Fall ist", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Gleichzeitig sind Zecken aktiv, sobald es an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen etwa sieben Grad Celsius oder wärmer ist. In vielen Teilen Thüringens ist das aktuell bereits der Fall."

FSME-Fälle gestiegen

Anders als bei fast alle anderen Infektionskrankheiten sind die Meldungen von FSME 2020 gestiegen. Vergangenes Jahr wurden in Thüringen 17 Fälle an das RKI übermittelt. 2019 gab es acht Meldungen der Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems.

Auffrischung des Impfschutzes alle drei bis fünf Jahre empfohlen

Eine Grundimmunisierung mit insgesamt drei Impfungen bietet einen zuverlässigen Langzeitschutz gegen FSME. Zwischen den ersten beiden Impfungen vergehen ein bis drei Monate, danach dauert es weitere zwei Wochen bis ein wirksamer Schutz aufgebaut ist. Die dritte Impfung dient als Langzeitschutz und sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Gesetzlich Versicherten, die innerhalb der Risikogebiete in Deutschland leben oder sich dorthin begeben, entstehen für die Impfung keine Kosten. Der Arzt rechnet sie direkt über die Gesundheitskarte ab.

Borreliose am häufigsten übertragen

Keine Impfung gibt es allerdings gegen Borreliose. Borreliose-Bakterien sind die am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheitserreger in Deutschland. Die spiralförmigen Bakterien, Borrelien genannt, sitzen im Darm der Zecke. Daher ist die Gefahr einer Übertragung höher, je länger die Zecke am Wirt saugen kann.

Die bakterielle Borreliose-Erkrankung ist nicht ansteckend und lässt sich - im Gegensatz zu FSME - mit Antibiotika behandeln. 

Hinweis für die Redaktion

Details zur FSME-Impfung sind auf den Internetseiten der TK zu finden. Die FSME-Risikogebiete und weitere Fakten zur Erkrankung stellt das RKI online zur Verfügung.