München, 11. Januar 2022. Mobbing soll in bayerischen Klassenzimmern und in der digitalen Kommunikation der Jugendlichen gar nicht erst zum Problem werden. Wenn es das schon ist, sollen dem sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler möglichst gut entgegenwirken können.

Eine Grundlage dafür bilden die Lehrmaterialien des Online-Programms Gemeinsam Klasse sein , das von der Techniker Krankenkasse nun auch in Bayern zusammen mit dem Bayerischen Ministerium für Unterricht und Kultus den bayerischen Lehrkräften zur Verfügung gestellt wird. Die Materialien stehen auf einer digitalen Plattform zur Verfügung. Die Plattform ist der Nachfolger des seit 2011 genutzten Anti-Mobbing-Koffers der beiden Projektpartner.

Mobbing führt zu Ausgrenzung und starken psychosozialen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Deshalb kommen der Intervention, der Hilfe und vor allem der Prävention eine große Bedeutung zu.

Cybermobbing im Fokus

"Früher fand Mobbing vor allem in den Klassenräumen und auf Schulhöfen statt. Heute setzt sich Ausgrenzung und Gewalt nach Schulschluss über soziale Netzwerke und Messenger Dienste online fort. Das sogenannte Cybermobbing ist ein immer größeres Problem", sagt Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern.

"Die Coronapandemie hat diese Entwicklung noch verschärft. Aus der Studie Cyberlife III , die die TK zusammen mit dem Bündnis gegen Cybermobbing herausgegeben hat, wissen wir, dass deutschlandweit jeder sechste Schüler von Cybermobbing betroffen ist. Die Opfer werden vor allem durch Beschimpfungen gemobbt oder durch Lügen, die andere über sie verbreiten, ausgegrenzt", so Bredl weiter.

Deswegen finden sich in den Schulungsunterlagen mehrere Informationen und Module zum Thema Cybermobbing. Den Pädagoginnen und Pädagogen werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden im Umgang mit Mobbing vermittelt.

33 bayerische Fachkräfte als Multiplikatoren ausgebildet

In einem ersten Schritt wurden im Mai letzten Jahres 33 Koordinatoren der bayerischen Schulberatungsstellen im Umgang mit den Onlinemodulen geschult. Im zweiten Schritt werden die Angebote Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung gestellt, um fachliche und pädagogische Expertise im Kampf gegen Mobbing zu erwerben. Sie werden dabei von den Expertinnen und Experten der Schulberatungsstellen unterstützt. Nach einer Fortbildung durch die ausgebildeten Multiplikatoren erhalten Schulen einen Zugangscode zur Plattform und können mit den kostenfreien Materialien bis zu fünf Projekttage zum Thema Mobbing gestalten.

Diese Lehrkräfte können im dritten Schritt die Module mit ihren Schülerinnen und Schülern nutzen. Die Schülerinnen und Schüler trainieren unter anderem in Rollenspielen, wie sie positiv und konstruktiv miteinander umgehen. Verschiedene Filme zeigen, welche Folgen Mobbing für die Betroffenen hat. Gemeinsam mit den Lehrkräften erarbeiten die Kinder und Jugendlichen, was sie selbst tun können, um sich zu schützen und Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen. Zudem werden rechtliche Grundlagen und die Bedeutung von bloßem Zuschauen und damit stillschweigendem Hinnehmen beleuchtet. Auch der Unterschied zwischen Konflikten und Mobbing ist Thema.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Interessierte Lehrkräfte, die das Mobbing-Präventionsprojekt "Gemeinsam Klasse sein" in ihrer Schule umsetzen wollen, kontaktieren die Ansprechperson an der zuständigen Staatlichen Schulberatungsstelle:

Oberbayern-West: Sebastian Reichert, reichert@gym-icking.de
Oberbayern-Ost: Christian Rhein, c.rhein@sbost.de
Niederbayern: Katrin Glück, katrin.glueck@sbndb.de
Oberpfalz: Manuela Beck, schulpsychologin.kepler@web.de
Oberfranken: Jürgen Eckert, khg@eckert-bamberg.de
Mittelfranken: Ulrike Fechter, fechter@schulberatung-mittelfranken.de
Unterfranken: Gabriele Lutz, gabriele.lutz@schulberatung-unterfranken.de
Schwaben: Constanze Ludwig, c.ludwig@schulberatung-schwaben.de
München Stadt und Landkreis: Sonja Koebke, sonja.koebke@sbmuc.de