Ja, im Jahr 2020 war vieles anders. Auch die Priorität bei Glückwünschen hat sich verändert. "Viel Gesundheit!" oder "Bleib schön gesund!" war in der Reihe der Geburtstagswünsche selten so weit vorn wie jetzt. Dass es besser ist, Gesundheit zu erhalten, als Krankheiten heilen zu müssen, ist ins alltägliche Bewusstsein gerückt.

Für die Gesundheitsförderung kann das eine Chance sein. Über Gesundheit wird gerade vielerorts in Thüringen neu nachgedacht - in Betrieben, an Hochschulen, in Kitas und Schulen. Auch Hometraining im Homeoffice hat Hochkonjunktur, wenn man den Teilnehmerzahlen der digitalen Gesundheitskurse glauben darf.

Mehr Hilfe zur Selbsthilfe nötig

Zudem hat das 2015 verabschiedete Präventionsgesetz gerade bei Maßnahmen in sogenannten Lebenswelten - beispielsweise Kitas, Schulen und Betrieben - einen deutlichen Schub erzeugt. Und zwar qualitativ wie finanziell. Aber auch hier stellt die Corona-Pandemie alle Beteiligten vor überdurchschnittliche Herausforderungen. Die laufenden Maßnahmen unter den Bedingungen der Kontakteinschränkungen betrifft dies eher vorübergehend. Doch andere Settings wie die Arbeitswelt werden sich dauerhaft verändern und benötigen so völlig neue Konzepte.

Guido Dressel

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Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen

Gleichzeitig verändert sich die Finanzierungslage . Wirksamkeit und Qualität von Präventionsmaßnahmen werden vor diesem Hintergrund zu zentralen Kriterien. Das Beitragsgeld der Krankenversicherten muss künftig noch stärker zur Anschubfinanzierung für dauerhaft sinnvolle Strukturen eingesetzt werden. Nicht Gießkannenförderung darf das Motto künftiger Präventionsstrategien in Lebenswelten sein, sondern die gezielte Hilfe zur Selbsthilfe.

Angebote für gesundes Altwerden gesucht

Im Freistaat müssen wir ganz besonders an klugen qualitätsgesicherten Angeboten arbeiten, die ein gesundes Altwerden ermöglichen, um im besten Fall die Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Gleichzeitig brauchen wir eine bedarfsorientierte Gesundheitsförderung für Pflegekräfte - gerade in Thüringen, wo der Anteil der Pflegebedürftigen im Bundesvergleich besonders schnell steigt.

Für die häusliche Pflege bietet die TK jetzt die App "TK-PflegeKompakt"  als digitale Beratung. Sie leitet Pflegebedürftige und pflegende Angehörige beispielsweise durch organisatorische Fragen wie Pflegeleistungen, verweist aber auch zur psychologischen Onlineberatung und führt zu Programmen, die Pflegetechniken erläutern. Damit wird Sicherheit geschaffen und einer Überforderung entgegengewirkt.

Das sind nur einige Beispiele dafür, dass auch Gesundheitsförderungsmaßnahmen immer digitaler werden. In Zeiten physischer Kontaktbeschränkung sind ihre Vorteile offenkundiger denn je.