Mainz, 21. Oktober 2021. Die in Folge der Corona-Pandemie befürchteten drastischen Einbrüche bei den Früherkennungsuntersuchungen sind in Rheinland-Pfalz ausgeblieben. Das geht aus einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz hervor. So hat im Jahr 2020 der nahezu gleiche Anteil an TK-versicherten Anspruchsberechtigten Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen wie im Vorjahr. "Nachdem es im ersten Halbjahr 2020 bei einigen Früherkennungsuntersuchungen Einbrüche von bis zu 25 Prozent  gab, kam es ab Mitte des Jahres zu Nachholeffekten", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "In Anbetracht des gesamten Jahres können wir demnach keinen nennenswerten Rückgang an Krebsvorsorgeuntersuchungen gegenüber 2019 verzeichnen."

Inanspruchnahme verschiedener Früherkennungsuntersuchungen trotz Pandemie

Von den bei der TK versicherten und anspruchsberechtigten Rheinland-Pfälzerinnen gingen im vergangenen Jahr 51 Prozent zur Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs, 2019 lag der Wert bei 53 Prozent. Auch beim Mammografie-Screening liegt die Quote aus 2020 mit 23 Prozent nur 0,8 Prozentpunkte unter der des Vorjahres. Bei den männlichen Versicherten zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: In beiden Jahren nahmen rund ein Viertel der Anspruchsberechtigten die Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs wahr. Beim Hautkrebs-Screening und der Darmkrebsvorsorgeuntersuchung (Koloskopie) sind die Inanspruchnahmen bei den Frauen, wie auch bei den Männern, im Vergleich beider Jahre ebenfalls auf ähnlichem Niveau. 15 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer gingen 2020 zum Hautkrebs-Screening, die Koloskopie, die alle zehn Jahre durchgeführt werden kann, nahmen jeweils drei Prozent der Berechtigten in Anspruch. 

Gesundheitscheck weniger nachgefragt

Lediglich der allgemeine Gesundheitscheck, auf den Versicherte ab 35 Jahre Anspruch haben, ging 2020 im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent bei den Frauen und um sieben Prozent bei den Männern zurück. "Wir hoffen, dass in Folge der sinkenden Infektionszahlen in Rheinland-Pfalz wieder mehr Menschen zu den allgemeinen Check-Up-Untersuchungen gehen", sagt Simon. "Genau wie sämtliche Krebs-Früherkennungsuntersuchungen ist der regelmäßige Check-Up ein wichtiges Mittel, um frühzeitig Erkrankungen zu erkennen, was die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich erhöht. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass sich Versicherte aktiv mit dem Thema Früherkennung auseinandersetzen. Hier haben wir - mit oder ohne Corona-Pandemie - noch viel Luft nach oben."