Hamburg, 8. Oktober 2019. Anfang Oktober ist die Zeit der Grippeimpfung. Doch aktuelle Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen, dass sich nur wenige Menschen in Deutschland gegen Influenza impfen lassen. So war bundesweit in der Saison 2017/2018 nur rund jeder zehnte Versicherte geimpft. Bei den über 60-Jährigen, für die die Impfung ausdrücklich empfohlen ist, ließen sich nur rund ein Drittel (33,4 Prozent) impfen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts war die Grippesaison 2017/2018 die stärkste seit rund 30 Jahren und nach Schätzung für mehr als 25.000 Todesfälle in Deutschland verantwortlich.

"Die Zahlen zeigen eine klare Impfmüdigkeit, die gefährlich sein kann", sagt Tim Steimle, Leiter der TK-Arzneimittelversorgung. "Das EU-Ziel, 75 Prozent der älteren Menschen gegen Grippe zu impfen, wird weit verfehlt. Wir raten dazu, sich beim Arzt über die Grippeimpfung zu informieren und dann eine Entscheidung zu treffen", so Steimle.

Grippe-Impfung im Osten weiter verbreitet

Die TK-Zahlen zeigen starke Unterschiede zwischen den östlichen und den westlichen Bundesländern - die Impfquoten sind im Osten deutlich höher. Während sich in Sachsen-Anhalt 27 Prozent und in Sachsen 22 Prozent der TK-Versicherten gegen Grippe impfen ließen, waren es in Baden-Württemberg und Bayern je nur sieben Prozent. Auch Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz haben mit neun Prozent eine einstellige Quote. In der Hauptstadt Berlin waren 13 Prozent gegen Grippe geimpft.

Hinweise für die Redaktionen

Die Zahlen zur Grippeimpfung stammen aus dem Innovationsreport 2019 , den die TK gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Bremen herausgibt. Auf unserem Portal "Presse & Politik" steht zu diesem Thema die Infografik " Grippeschutzimpfung im Osten weiter verbreitet " zur Verfügung.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Personen mit gesundheitlicher Gefährdung, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal.