Kiel/Berlin, 29. Mai 2019. Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Schleswig-Holstein waren 2017 rund 6.000 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse (TK), der heute in Berlin vorgestellt wurde. 

Nur jeder Fünfte geht zur Früherkennung

Die Schleswig-Holsteiner sind Früherkennungsmuffel: Nur jeder fünfte (20 Prozent) Versicherte nutzt das gesetzliche Hautkrebsscreening ab einem Alter von 35 Jahren: Im Ländervergleich gehen die Schleswig-Holsteiner zwar häufiger zur Vorsorge beim Fach- oder Hausarzt (Berlin: 15 Prozent, Bremen 17,7 Prozent), dennoch sei diese Zahl alarmierend: "Wir möchten mit dem Hautkrebsreport auf die Erkrankung aufmerksam machen, für das Thema Früherkennungsuntersuchung sensibilisieren und auf die Wichtigkeit dieses Screenings aufmerksam machen. Hautkrebs ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann", sagt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK in Schleswig-Holstein. 

Umfragen zeigen auch, dass vielen gar nicht bewusst ist, dass sie ein Anrecht auf ein kostenfreies Haut-Screening haben. 60 Prozent der Bevölkerung sei dies nicht bekannt. Je früher Hautkrebs festgestellt wird, umso schonender kann er behandelt werden. Die Untersuchung dauert nicht lange und tut auch nicht weh. "Die Kosten für das Screening übernehmen Krankenkassen regulär erst ab dem 35. Lebensjahr. Für TK-Versicherte in Schleswig-Holstein gibt es allerdings keine Altersbeschränkung", so Schmidt-Bodenstein.  

Die Haut vergisst nie

UV-Strahlung gilt als der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs. Die Ursache für die Erkrankung liegt häufig schon Jahrzehnte zurück. "20 bis 30 Jahre braucht Hautkrebs, um sich zu entwickeln“, erklärt Professor Matthias Augustin, Dermatologe am UKE und Herausgeber des Reports. Mit dem Alter steigt daher das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erheblich an. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen - das zeigen die Zahlen der GKV-Versicherten. Von ihnen erkranken durchschnittlich 843 von 100.000 Versicherten im Jahr an schwarzem Hautkrebs. Zum Vergleich: Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es nur 41 von 100.000 Versicherten. Dabei zeigen sich auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bis zu einem Alter von 60 Jahren erkranken mehr Frauen an einem malignen Melanom als Männer. Danach kehrt sich das Bild um. 


TK unterstützt Projekt "Sun-Pass" für mehr Sonnenschutz in Kitas

Trotz allen erblichen Veranlagungen ist Hautkrebs vor allem eine verhaltensbedingte Erkrankung. Die Vermeidung übermäßiger UV-Strahlung sowie effektiver Schutz durch Kleidung und Sonnencremes können das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, deutlich verringern. Besonders Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken erheblich. Weil die Hautentwicklung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, reagieren kindliche Hautzellen wesentlich empfindlicher auf das schädigende UV-Licht der Sonne als Erwachsenenhaut. Daher unterstützt die TK seit mehreren Jahren das Selbsthilfeprojekt der Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft "Sun-Pass - Gesunder Sonnenspaß für Kinder". Eltern und Erzieher in den Kindertagesstätten werden über die Risiken der Erkrankung informiert und geschult, wie sie ihre Kinder am besten schützen können. Die teilnehmenden Kitas erhalten am Ende ein Zertifikat. 

Hinweise für die Redaktionen:

•    digitale Pressemappe zum Hautkrebsreport mit Infografiken
•    Sun-Pass Projekt

Mehr zum Hautkrebsreport lesen Sie auch in unserem Blogbeitrag auf wirtechniker.tk.de