Hannover, 18. August 2020. Gerade jetzt im Sommer ist es wichtig, sich mit Kleidung und Sonnencreme zu schützen, um das Hautkrebsrisiko zu minimieren. Aber an die Vorsorgeuntersuchung denken nur die wenigsten: Nur jeder fünfte gesetzlich Versicherte in Niedersachsen geht während eines Jahres zum Hautkrebsscreening. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). In Niedersachsen nahmen im Jahr 2018 etwa 21,5 Prozent ein Screening bei ihrem Haus- oder Hautarzt in Anspruch, 2019 waren es nur 19,9 Prozent. 

Gesetzlich Versicherte können alle zwei Jahre die Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen, es zählen dabei die Kalenderjahre. Beim Blick auf die beiden Jahre 2018 und 2019 liegt die Inanspruchnahme also bei rund 41 Prozent. 

"Hautkrebs ist mit jährlich über einer Viertelmillion Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen", sagt Raphael Koßmann, Leiter Regionales Vertragswesen der TK in Niedersachsen. Die Haut eignet sich besonders für eine Früherkennung, da sie unmittelbar betrachtet und untersucht werden kann. Ein Hautkrebsscreening ist zudem schmerzfrei und nimmt kaum Zeit in Anspruch. TK-Versicherte haben in Niedersachsen ab 18 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebsuntersuchung des gesamten Körpers. Die gesetzliche Leistung sieht erst ab 35 Jahren einen kostenlosen Haut-Check vor.

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen zur Früherkennung stammen aus einer Hochrechnung auf Basis von TK-Daten. Weitere Informationen und Zahlen gibt es im Hautkrebsreport 2019, den das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Universität Bremen gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) veröffentlicht haben. Ein Ergebnis: Hautkrebs verbreitet sich immer mehr, in den Jahren 2009 bis 2015 nahmen der helle Hautkrebs um über 50 Prozent und der schwarze Hautkrebs um über 30 Prozent zu.