Frankfurt am Main, 29. Mai 2019. Nirgendwo in Deutschland erkranken so viele Menschen jedes Jahr neu an einem bösartigen malignen Melanom wie in Hessen. Mit 151 Neuerkrankungen je 100.000 gesetzlich Krankenversicherten ist dieser besonders gefährliche Hautkrebs, der umgangssprachlich auch als "schwarzer“ Hautkrebs bezeichnet wird, in Hessen so häufig diagnostiziert worden wie in keinem anderen Bundesland. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen mit und bezieht sich dabei auf ihren gemeinsam mit der Universität Bremen und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf herausgegebenen Hautkrebsreport 2019.

Hautkrebs ist die bundesweit häufigste Krebserkrankung und macht ein Viertel aller Krebsdiagnosen aus. Von einem malignen Melanom oder einer Frühform dieser Erkrankung war 2017 etwa jeder siebte Hautkrebspatient betroffen – insgesamt rund 21.500 GKV-Versicherte in Hessen. Gefährlich kann aber nicht nur der bösartige schwarze Hautkrebs werden. Ebenso lebensbedrohlich können sich Hautkrebstumoren wie das Basalzellkarzinom oder das Plattenepithelkarzinom entwickeln, wenn sie übersehen werden und unbehandelt bleiben.

"Für alle Hautkrebsarten gilt: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto verträglicher und wirksamer kann sie behandelt werden und desto größer sind die Heilungschancen“, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen. Dennoch wird die Hautkrebs-Früherkennung in Hessen nur wenig genutzt. "Laut unserem Report hat in den Jahren 2015 bis 2017 nur jeder sechste GKV-Versicherte das Screening beim Hausarzt oder Dermatologen in Anspruch genommen. Offenbar wissen viele nicht, dass sie diese wichtige Früherkennungsuntersuchung alle zwei Jahre wahrnehmen können“, so Voß. 

Verhaltensbedingte Erkrankung

Zwar können Menschen für Hautkrebs genetisch bedingt anfällig sein, vor allem handelt es sich aber um eine verhaltensbedingte Erkrankung. Die Haut „vergisst“ keinen Sonnenbrand. Im Laufe eines Lebens addieren sich die Sonnenbestrahlungen und -belastungen, so dass nur das Vermeiden übermäßiger UV-Strahlung und ein konsequenter Lichtschutz durch Kleidung und Sonnencreme das Risiko einer Hautkrebserkrankung verringern können. Da der Hautkrebs 20 bis 30 Jahre benötigt, um sich zu entwickeln, steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen; von ihnen erkranken im Durchschnitt 843 von 100.000 Versicherten. Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es 41 von 100.000 Versicherten. 

Dank medikamentöser Therapien, die zunehmend auf modernen Immuntherapeutika beruhen, können heute auch fortgeschrittene Hautkrebserkrankungen behandelt und in ihrem Fortschreiten zumindest verzögert werden. Vielversprechend sind aus Sicht der TK im Rahmen der Diagnostik auch lernende Computersysteme. Studien zeigen, dass mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz bösartige Befunde zuverlässig und treffsicher erkannt werden können und insgesamt die Verlässlichkeit der Diagnosen erhöht werden kann.

Hautkrebsscreening alle zwei Jahre

Gesetzlich Versicherte haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Die TK bietet ihren Versicherten die Untersuchung bereits ab dem 20. Lebensjahr an. Regulär bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Leistung ab dem 35. Lebensjahr. Gerade Menschen, die sich in ihrem Leben schon stark der Sonne ausgesetzt haben, eine sensible Haut besitzen oder bereits einen Hautkrebsfall in der Familie hatten, sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen. Dabei untersucht der Allgemeinmediziner oder Hautarzt den ganzen Körper vom Kopf bis zu den Fußsohlen nach auffälligen Unregelmäßigkeiten der Haut. 

Die genannten Zahlen beziehen sich auf die von Hautkrebs betroffenen GKV-Versicherten in Deutschland (Hochrechnung aus der Gesundheitsberichterstattung der TK).

Weitere Informationen zum Thema Hautkrebs sind auf www.tk.de (Webcode 2015294) abrufbar. Der Hautkrebsreport 2019 ist unter dem Webcode 2061202 veröffentlicht.