Mainz, 3. Juni 2019. Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der Techniker Krankenkasse (TK).

Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung


Die Rheinland-Pfälzer gehen offenbar recht sorglos mit dem Thema Hautkrebs um. So nutzte lediglich jeder sechste (17 %) Versicherte das gesetzliche Hautkrebsscreening ab einem Alter von 35 Jahren: Im Ländervergleich zählt Rheinland-Pfalz folglich eher zu den "Schlusslichtern". Nur in Thüringen und Sachsen-Anhalt fällt die Inanspruchnahme der Früherkennung beim Fach- oder Hausarzt mit 16,8 und 16,9 Prozent noch niedriger aus. Nach Ansicht des TK-Landesvertretungsleiters Jörn Simon zeigen diese Zahlen deutlich, dass mehr Aufklärung notwendig ist: "Auch wenn im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren ein gesteigertes Bewusstsein in der Öffentlichkeit vorhanden ist, gibt es in Sachen Prävention offenbar noch Handlungsbedarf. Denn Hautkrebs ist nach wie vor eine gefährliche Erkrankung, die tödlich enden kann."

Die Haut vergisst nie        

                 
UV-Strahlung gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Hautkrebs. Die Ursache für die Erkrankung ist meist auf übermäßige Sonnenexposition zurückzuführen - und das über Jahre hinweg. Folglich steigt mit dem Alter das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erheblich an. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen - das zeigen die Daten der GKV-Versicherten. Von ihnen erkranken durchschnittlich 843 von 100.000 Versicherten im Jahr an schwarzem Hautkrebs. Zum Vergleich: Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es nur 41 von 100.000 Versicherten. Dabei zeigen sich auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bis zu einem Alter von 60 Jahren erkranken mehr Frauen an einem malignen Melanom als Männer. Danach kehrt sich das Bild um.

Künstliche Intelligenz unterstützt den Arzt bei der Diagnose


Moderne Technik wird Ärzte künftig dabei unterstützen, bösartige Hautveränderungen noch zuverlässiger zu diagnostizieren. Computersysteme werten Fotobefunde verdächtiger Hautstellen in Echtzeit aus und helfen dem Arzt bei der Diagnosestellung. "Wir gehen davon aus, dass uns bereits in wenigen Jahren qualitativ hochwertige Apps zur Verfügung stehen, die auch von Versicherten zur Früherkennung von Hautkrebs genutzt werden können", ist Simon überzeugt.

Hinweis für die Redaktion

Der Hautkrebsreport 2019 ist unter  www.tk.de (Suchnummer 2061202) veröffentlicht.