TK: Herr Minister Glawe, worum geht es in der Kampagne?

Harry Glawe: Wir wollen das Thema Impfen wieder stärker in den Blickpunkt der Bevölkerung rücken und gemeinsam über die Notwendigkeit des Impfens informieren und aufklären. Durch die Kampagne sollen Eltern, Kinder, junge Erwachsene, Familien sowie Senioren erreicht und für das Thema Impfen sensibilisiert werden. Die Bevölkerung soll dazu motiviert werden, ihren eigenen Impfstatus überprüfen und Schutzimpfungen auffrischen zu lassen. Krankheitsgefährdungen können so verringert werden. Es geht darum: Gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

TK: Warum ist das denn notwendig?

Harry Glawe: Mecklenburg-Vorpommern gilt bundesweit als ein sehr vorbildliches Impfland. Durch eine hohe Impfbereitschaft hat Mecklenburg-Vorpommern eine hohe kollektive Immunität in der Bevölkerung erreicht. Die Impfquoten eingeschulter Kinder sind ebenso hoch. Neben Brandenburg erreicht Mecklenburg-Vorpommern als einziges Bundesland die für die angestrebte Elimination der Masern geforderten 95 Prozent bei der zweiten Masern-Impfung.

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Dr. Martina Littmann, Landesamt für Gesundheit und Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern

TK: Das hört sich doch gut an…

Harry Glawe: Ja, aber gerade weil viele gefährliche Krankheiten wie Mumps, Masern und Röteln durch hohe Impfquoten seltener geworden sind, ist vielen Menschen nicht mehr bewusst, welche teils schwerwiegenden Folgen - bis hin zu Todesfällen - manche Infektionen haben können. Deutlich wird dies an den geringeren Durchimpfungsraten bei den Auffrischungsimpfungen für Diphtherie und Tetanus in Mecklenburg-Vorpommern.

Gerade für junge Menschen ist Aufklärung für die hocheffektive HPV-Impfung nötig. Präventive Impfungen sind bisher die einzige Möglichkeit, um vor Infektionskrankheiten zu schützen, für die es keine oder nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten gibt. Insbesondere Krankheiten wie zum Beispiel Kinderlähmung, Masern, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Hepatitis B oder Influenza können zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

Durch Impfungen lassen sich entsprechend schwere Verläufe, wie beispielsweise eine Gehirnhautentzündung in Folge einer Maserninfektion, verhindern. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und die späteren Auffrischungsimpfungen, um lebenslang einen Schutz aufzubauen.

TK: Was ist im Rahmen der Kampagne geplant?

Harry Glawe: Unsere Kampagne „MV Impft“ ist zunächst für zwei Jahre konzipiert. Sie wird innerhalb dieser Zeit stetig weiterentwickelt. In der Umsetzung der Kampagne haben wir uns entschieden, auf einen Mix aus Werbemitteln und Aktionen zu setzen. Ein paar Beispiele: So haben wir die ersten öffentlichen Impfaktionen an den Universitäten in Rostock und Greifswald sowie im Landtag bereits durchgeführt. Auch mit der TK und dem Gesundheitsamt vor Ort waren wir Mitte Oktober in Greifswald unterwegs, um für das Impfen zu werben. Rund 250 Menschen haben die Chance genutzt und sich in der Hansestadt impfen lassen.

Darüber hinaus haben wir Informationsmaterialien wie Plakate und Faltblätter vorbereitet. Zusätzlich nutzen wir auch digitale Medien. Ein Spot für Kinos sowie für die verschiedenen Internetplattformen ist bereits zu sehen. Die Gesundheitsämter im Land bieten neben ihren regelmäßigen Impfsprechstunden zusätzliche Impfaktionstage an. So hat jeder die Möglichkeit, den eigenen Impfstatus überprüfen zu lassen und bei Bedarf aufzufrischen.