Im Jahr 2013 noch auf Spitzenplätzen im Bundesländervergleich, lagen die Quoten 2016 bei fast allen Impfungen unter dem Bundesdurchschnitt. Bei zwölf der dreizehn erfassten Schutzimpfungen gingen sie laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Der erneute Rückgang bei den Impfquoten Thüringer Schulanfänger muss nicht mehr nur aufhorchen lassen, sondern macht eine Suche nach den Gründen unumgänglich. Dazu brauchen wir neben differenzierten Daten und Forschung ehrliche Gespräche.

Von Platz drei ins Mittelfeld

Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus - noch 2013 waren Thüringer Schulanfänger dagegen am dritthäufigsten in Deutschland geimpft. Heute rangieren die Impfquoten mit etwa 94,4 Prozent im Mittelfeld. Das entspricht einem Rückgang um fast 3 Prozentpunkte in drei Jahren.

Ähnlich ist die Veränderung bei den Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln, wobei die Quoten bei Impfungen gegen diese Krankheiten 2013 bei 94,5 Prozent lagen und 2016 auf 92,6 Prozent gesunken sind. Tendenziell sind die Impfquoten in ganz Deutschland leicht rückläufig. In Thüringen ist der Trend allerdings besonders stark.

Zweitniedrigste Impfquote gegen Meningokokken

Seit 2006 wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C im zweiten Lebensjahr empfohlen. Die Bakterien können lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen. Die Meningokokken-Impfquote bei Thüringer Schulanfängern ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 85,7 Prozent gesunken. 2013 betrug sie noch 91,6 Prozent.

 Damit steht Thüringen auf Platz 15 knapp vor Bayern mit de niedrigsten Impfquote gegen Meningokokken mit 84,7 Prozent. 2013 lagen die Thüringer Schulanfänger auf Platz vier im Bundesländervergleich.

Ebenfalls seit 2006 empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen Pneumokokken, die schwere Lungenentzündungen verursachen können. 90,2 Prozent der Thüringer Schulanfänger waren 2016 dagegen geimpft. Das ist im Länderranking Platz zwei nach Mecklenburg-Vorpommern mit 92,7 Prozent. Die bundesweite Impfquote liegt bei 84,4 Prozent und damit mehr als zehn Prozentpunkte unter der angestrebten 95-Prozent-Impfquote der WHO zur Eliminierung von Krankheiten.

Steigerung bei Rotavirus-Impfquote

Säuglinge gegen Rotaviren zu impfen, die schwere Magen-Darm-Infektionen verursachen können, empfiehlt die STIKO seit 2013. 48 Prozent der Thüringer Schulanfänger des Jahres 2016 erhielten diesen Impfschutz. Ein Jahr zuvor waren es noch 41,2 Prozent. Da die Impfquoten nicht in allen Bundesländern erhoben wurden, ist ein Vergleich nicht möglich.