Mainz, 25. Februar 2019. Mangelnde Bereitschaft zur Impfung zählt für die Weltgesundheitsorganisation WHO zu den weltweit größten Gesundheitsrisiken. Sie befürchtet, dass die Erfolge bei der Bekämpfung von ansteckenden Krankheiten zunichte gemacht werden könnten. Ihr vorrangiges Ziel ist deshalb die Verbesserung der Impfbereitschaft.

Mehr als 1,2 Milliarden Euro gab die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in 2017 für Impfstoffe aus. Rund ein Viertel der Umsätze fallen dabei für die verhältnismäßig teure Impfung gegen Keuchhusten - auch als Kombiimpfung mit Diphterie und Tetanus - an, gefolgt von Pneumokokken und Grippe, berichtet die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Mainz heute mit Bezug auf das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V.. Etwa ein Drittel aller Impfdosen werden für die Grippeschutzimpfung verbraucht.

Rheinland-Pfalz belegt den letzten Platz

Rheinland-Pfalz lag bei der Rate der abgegebenen Impfdosen auf dem letzten Platz. Bundesweit betrug 2017 der Durchschnitt 462 Impfdosen pro 1.000 GKV-Versicherte, in Rheinland-Pfalz nur 387. Auch bei der Grippeschutzimpfung belegte Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Bayern den letzten Platz. Von 1.000 Versicherten ließen sich 124 impfen, bundesweit waren es 170.

Masern: Bei der zweiten Impfung sinkt die Quote

Lediglich bei den Masern rangierte Rheinland-Pfalz knapp über dem Bundesdurchschnitt von 25 Impfdosen je 1.000 GKV-Versicherte. Die höchste Impfrate verzeichnete hier Berlin mit 37 Dosen. Laut Daten des KV-Impfsurveillance erhalten in Rheinland-Pfalz noch 88,7 Prozent der Säuglinge die erste Masernschutzimpfung, mit der jedoch noch kein vollständiger Schutz aufgebaut wird. Die zweite Immunisierung bekommen nur noch 77,3 Prozent der Kinder bis 24 Monate. Die bundesweit höchste Impfquote mit 97,5 Prozent hat bei der ersten Impfung übrigens die rheinland-pfälzische Stadt Zweibrücken.

Vom Ziel Masernausrottung weit entfernt

"Impfungen sind eine effektive Maßnahme, schwere Erkrankungen zu vermeiden. Gerade die Grippeschutzimpfung für Senioren oder die Immunisierung gegen Masern kann eine lebensbedrohliche Erkrankung verhindern", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Von dem Ziel, die Masern in Deutschland bis 2020 auszurotten, sind wir allerdings noch weit entfernt." Und die Virenerkrankung, so Simon weiter, beträfe nicht nur Kinder, denn wer als Kind nicht geimpft worden oder erkrankt sei, könne diese auch im Erwachsenenalter bekommen. "Und dann verläuft die Erkrankung oft schwerer", so Simon.