Mainz, 6. Mai 2022. Dass Computerspiele keineswegs eine Zeitverschwendung sein müssen, die Kinder und Jugendliche zu einem bewegungsarmen Alltag mit Gewalt- und Suchttendenzen verführen, verdeutlicht das neue digitale Angebot "Kibalou". Dieses gehört zur Gattung der so genannten "ernsthaften Spiele" (im Englischen "Serious Games") und richtet sich an Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren.

Entwickelt wurde Kibalou von Tobias Borns und Sebastian Krause, zwei Absolventen der Hochschule Trier des Studiengangs "Intermedia Design" und "Informatik - Digitale Medien und Spiele". Die beiden gründeten 2019 das Startup "battyRabbit" und befassen sich seither intensiv mit der Konzeption von Spiele-Apps, die nicht nur der Unterhaltung dienen sollen, sondern vor allem wertvolle Lerneffekte für den Nutzer bereithalten.

"Kibalou" zählt bislang zu den erfolgreichsten IT-Schöpfungen der beiden kreativen Köpfe. Das Spiel ist benannt nach der Hauptfigur, einem Avatar, der unter anderem farblich modifiziert und auf Wunsch umbenannt werden kann. Ziel des Kibalou-Spiels ist es, Kinder zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung anzuregen.

In fachlicher Kooperation mit der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK), dem hiesigen Bildungsministerium und durch Praxistests in der Kindertagesstätte (KITA) Mainz-Laubenheim, entstand ein digitales Spiel, das die Kinder virtuell auf eine Reise mitnimmt, in der die Kleinen spielerisch erleben, woher gängige, frische Lebensmittel kommen und dass es wichtig ist, Bewegung und Hygienerituale, wie etwa das Händewaschen, in den Alltag zu integrieren.

Kinder können verschiedene Szenarien besuchen

"Im Zuge des Spiels kann der Avatar Kibalou drei verschiedene Szenarien besuchen: einen Bauernhof, einen Supermarkt und das Zuhause. Auf dem Land können die Kinder via ihrer virtuellen Spielfigur erfahren, wie zum Beispiel Getreide gesät oder Äpfel geerntet werden. Darüber hinaus wird gezeigt, dass aus Korn beispielsweise Brot oder etwa aus Milch Joghurt hergestellt werden kann", erläutert Spiele-Designer Tobias Borns.

Gesunde Entscheidungen werden belohnt

"Im Supermarkt hat der Spieler in Gestalt des Avatars dann die Möglichkeit, sich für gesunde und weniger gesunde Lebensmittel zu entscheiden, die dann zu Hause zubereitet werden können. Gesundheitsfördernde Entscheidungen werden stets durch ein Sternchensystem belohnt. Sterne gibt es dann auch für gründliches Zähneputzen oder Bewegung vor dem Schlafengehen", ergänzt einer der beiden Kibalou-Entwickler Sebastian Krause.

Prävention in der Kita ist weitreichend

"Nahezu 93 Prozent der drei bis sechsjährigen Kinder besuchen in Rheinland-Pfalz eine Kita. In keiner anderen Lebenswelt erreichen Präventionsmaßnahmen so früh und weitreichend unsere Versicherten. Folglich wird in der KITA eine sehr nachhaltige Basis für eine gesunde Lebensführung gelegt. Digitale Angebote können uns bei der niedrigschwelligen Vermittlung von präventiven Botschaften eine bedeutende Unterstützung sein. Deshalb haben wir das Startup bei der Entwicklung von "Kibalou" sehr gerne unterstützt mit der Vorgabe, dass während des Prozesses fachliche Expertise einfließt", berichtet TK-Landesvertretungsleiter Jörn Simon im Rahmen des Pressegesprächs, welches in der KITA Mainz-Laubenheim zur Präsentation der Spiele-App stattfand. Dementsprechend ließen Institutionen, wie etwa die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (LAGZ) ihre Expertise einfließen.

Kibalou vermittelt Gesundheit spielerisch

"Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat im Jahr 2020 in einer Studie gezeigt, dass Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren durchschnittlich über eine Stunde am Tag Medien konsumieren, obwohl es nicht mehr als 30 Minuten pro Tag sein sollten. Dabei kommt es natürlich immer auf angemessene Inhalte an. Wir unterstützen Projekte wie das Serious Game Kibalou sehr gern, weil es die Bildungs- und Erziehungsbereiche Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Entspannung den Kindern auf spielerische Weise näherbringt und das Erlernte im Anschluss direkt umgesetzt werden kann", betont Dr. Stefanie Hubig, Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz.

Kinder greifen nun eher nach Apfel und Banane

"Bereits seit einigen Wochen spielen wir mit den älteren Kindern der Kita regelmäßig Kibalou und sind immer wieder überrascht, wie viel die Kinder aus den Spielszenen in ihren Alltag integrieren können. So waschen sich nun viele der Kleinen wie selbstverständlich vor dem Essen die Hände oder verlangen proaktiv auch eher einmal nach Apfel oder Banane und vergessen darüber ganz, dass sie noch einen Schokoladenriegel als Proviant dabei haben", freut sich Koni Schaefer, die Leiterin der KITA Mainz-Laubenheim. "Wir werden sicher auch über diesen Pressetermin hinaus das Spiel regelhaft in den Alltag integrieren und es als Anlass nehmen, bestimmte Themen, wie etwa gesunde Lebensmittel oder auch die Übungen zum Kinderyoga den Kleinen näher zu bringen", so Schaefer weiter.

Kibalou regt zum Yoga an

Als abschließender Höhepunkt der Kibalou-Presseaktion führten die Kinder unter Anleitung von Entspannungspädagogin Christiane Hosemann altersgerechte Yogaübungen durch, die auch in der App dargestellt werden. Sogar Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig nahm gemeinsam mit TK-Landesvertretungsleiter Jörn Simon an der kleinen Yoga-Einheit teil, um gemeinsam mit den Kleinen das Angebot zu testen. Hosemann: "Es ist beeindruckend, wie begeistert und neugierig die Kinder sich auf die Yogasequenzen einlassen - sicherlich auch motiviert durch die Animation im Spiel! So entwickeln sie selbstverständlich das Bewusstsein, dass Entspannung und Bewegung in den Alltag hineingehören und guttun. Und ganz spielerisch werden beim Kinder-Yoga wichtige Kompetenzen wie Stressregulation, Entspannung und eine positive Körperwahrnehmung gefördert." 

Hinweis für die Redaktion

Das Spiel steht als kostenfreier Download zur Verfügung. Für das iPad aus dem Apple App Store und für Microsoft Windows unter "www.kibalou.app".