Saarbrücken, 5. September 2019. Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, haben mehr Gesundheitsprobleme als der auf natürlichem Weg geborene Nachwuchs. Eine Frühgeburt wirkt sich noch stärker auf die Gesundheit der Kinder aus. Das zeigt der Kindergesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Bei Kaiserschnitt-Kindern ist beispielsweise das Risiko für eine chronische Bronchitis, für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen sowie ADHS deutlich erhöht. Frühgeborenen leiden häufiger an Entwicklungsstörungen, Sehbeeinträchtigungen und Erkrankungen der unteren Atemwege.

"Das sind wichtige Erkenntnisse für uns als Krankenkasse, aber auch für Kinderärzte und Eltern. Während wir als Kasse mit präventiven Programmen reagieren können, sollten diese bei den entsprechenden Kindern genauer hinschauen, um Krankheiten oder Störungen möglichst früh erkennen zu können", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland.

Viele Kaiserschnitte und Frühgeburten im Saarland

Dass das gerade im Saarland eine Rolle spielt, erkennt man bei einem Blick auf die Auswertung der TK-Routinedaten: Fast jedes dritte Kind von TK-Versicherten kommt hier per Kaiserschnitt zur Welt. Das ist bundesweit der höchste Wert. Auch beim Anteil der Frühgeburten liegt das kleine Bundesland mit 5,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 3,7 Prozent.

Gezielte, digital unterstützte Versorgungsangebote für Kinder

Die TK will die Ergebnisse des Reports nutzen, um passgenaue Versorgungsangebote für betroffene Kinder zu entwickeln. "Am Beispiel Neolino wird deutlich, wie die TK betroffene Kinder früh und interaktiv unterstützen kann", erklärt Groh. Die App "Neolino" wurde von Beginn an von der TK unterstützt und hilft Kindern zwischen drei und sieben Jahren individuell und spielerisch beim Training gegen Sprachfehler. 

Langzeitstudie mit Abrechnungsdaten von 38.800 Kindern

Der TK-Kindergesundheitsreport hat die Abrechnungsdaten von rund 38.800 TK-versicherten Kindern von der Geburt bis zum achten Lebensjahr analysiert. TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas: "Das ist ein solides Fundament, um Versorgungsangebote zu entwickeln, aber auch zu evaluieren. Wissen, was wirkt - das ist im Interesse und zum Nutzen unserer Versicherten wichtig." 

TK-Studie: Kindergesundheitsreport 2019

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Hinweis für die Redaktionen

Für den TK-Kindergesundheitsreport hat die TK die Abrechnungsdaten von 38.853 TK-versicherten Kindern, die im Jahr 2008 geboren wurden, ausgewertet. Die Analyse umfasste die ersten acht Lebensjahre der Kinder, also den Zeitraum von 2008 bis 2016. Untersucht wurden 461 Krankheitsgruppen mit insgesamt 16.200 Diagnosen. Bei 19 Krankheitsgruppen, die Kinder häufig betreffen, zeigte sich ein höheres Erkrankungsrisiko nach Kaiserschnittgeburt. Allein sechs dieser Krankheitsgruppen betreffen Entwicklungs- und Verhaltensprobleme. Eine Frühgeburt wirkt sich noch stärker aus: Bei 22 Krankheitsgruppen zeigte sich ein höheres Erkrankungsrisiko für früh geborene Kinder, verglichen mit reif geborenen Kindern.