Erfurt, 19. Januar 2022. Insgesamt 15.617 Anträge auf Kinderkrankengeld sind 2021 bei der Techniker Krankenkasse (TK) in Thüringen eingegangen. Etwa drei von zehn Anträge (4.762) entfielen auf das Anfang 2021 eingeführte pandemiebedingte Kinderkrankengeld. Eltern können es in Anspruch nehmen, um ihre Kinder zu betreuen, auch, wenn sie nicht erkrankt sind - zum Beispiel wenn Kinderbetreuungseinrichtungen oder einzelne Gruppen coronabedingt geschlossen werden. Auch das Aufheben der Präsenzpflicht oder die Empfehlung zuständiger Behörden, Kinder nicht in Kitas, Schulen oder anderen Einrichtungen betreuen zu lassen, können Gründe sein. 

Die Zahl der regulären Kinderkrankengeld-Anträge stieg nach einer deutlichen Delle 2020 (9.211 Anträge) wieder leicht an. Vergangenes Jahr wurden 10.855 Anträge auf reguläres Kinderkrankengeld gestellt. Vor der Pandemie, 2019, waren es 12.973.

Corona-Kinderkrankengeld maßvoll beantragt

"Die Eltern gehen sehr verantwortungsvoll mit ihrem Anspruch auf das Corona-Kinderkrankengeld um. Mit Abstand die meisten Anträge gingen mit 1.217 im Februar 2021 ein, als die Kitas und Schulen im Freistaat fast flächendeckend geschlossen waren. In den Sommermonaten lagen die Zahlen im zweistelligen Bereich. Ende 2021 wurde wieder mehr pandemiebedingtes Kinderkrankengeld beantragt.", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

"Gleichzeitig scheinen sich die Kontaktbeschränkungen bei den Kinderkrankentagen besonders bemerkbar zu machen. Im Februar gab es die wenigsten Anträge auf reguläres Kinderkrankengeld. Für einen Wintermonat ist das absolut untypisch", sagt Dressel.

Anstieg von Kinderkrankengeld-Anträgen im Sommer und Herbst

Ebenfalls untypisch ist die verhältnismäßig hohe Zahl an Anträgen auf reguläres Kinderkrankengeld in den Sommermonaten. Im Juli 2021 gab es mehr als doppelt so viele Anträge wie im Januar 2021. In Nicht-Pandemiejahren ist es in der Regel umgekehrt. 

"Die Zahlen spiegeln das wider, was uns Kinderärzte gesagt haben: Krankheiten, die normalerweise in den Wintermonaten typisch sind, scheinen sich in den Sommer verlagert zu haben. Dazu gehören zum Beispiel Erkältungskrankheiten", sagt Dressel. 

Im Spätsommer und Herbst bis zum Ende des Jahres 2021 stieg die Zahl der Anträge auf reguläres Kinderkrankengeld weiter.