Stuttgart, 25. November 2019. Über die Hälfte der baden-württembergischen Kleinkinder ist nicht vollständig geimpft. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach haben nur 45 Prozent der im Jahr 2016 geborenen Kinder bis zum zweiten Geburtstag alle empfohlenen Impfungen vollständig erhalten. 4 Prozent der Kinder im Südwesten in dieser Altersgruppe verfügen über gar keine von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen. 51 Prozent haben nur Teilimpfungen und somit nicht den vollständigen Impfschutz erhalten.

Baden-Württemberg nur auf Platz elf

Mit 45 Prozent vollständig geimpften Kleinkindern belegt Baden-Württemberg nur den elften Platz der Bundesländer. Am höchsten sind die Impfquoten in Mecklenburg-Vorpommern (61 Prozent vollständig Geimpfte), am niedrigsten in Hessen (28 Prozent).

Besonders auffällig sind die Quoten in Baden-Württemberg bei den Impfungen gegen Mumps, Masern und Röteln. Mit knapp 79 Prozent vollständig geimpften Kindern belegt Baden-Württemberg hinter Thüringen (71 Prozent) und Bayern (78 Prozent) den drittletzten Platz. 11 Prozent der Kinder sind nur teilweise geimpft, jedes zehnte Kind hat überhaupt keine Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln erhalten.

Handlungsbedarf bei teilweise geimpften Kindern

"Es ist nur schwer nachzuvollziehen, dass nicht einmal die Hälfte der Kleinkinder in Baden-Württemberg vollständig geimpft wurde“, sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Handlungsbedarf sieht er vor allem bei der Gruppe der teilweise geimpften Kinder. "Wir gehen davon aus, dass deren Eltern grundsätzlich eine hohe Impfbereitschaft haben, die Impfungen aber aus anderen Gründen nicht haben vornehmen lassen“, so Vogt. Zeitmangel, Ungewissheit, Vergesslichkeit oder zu wenig Aufklärung - all das seien mögliche Gründe für die hohe Zahl der unvollständigen Impfungen.

Kassen dürfen nicht erinnern

Vogt bedauerte, dass die Kassen ihre Versicherten nicht aktiv darauf aufmerksam machen dürfen, dass zum Beispiel die nächste Masernimpfung ansteht. "Wenn wir aktiv und gezielt auf vergessene Impfungen aufmerksam machen dürften, könnten wir mit Sicherheit viele Versicherte erreichen, die das Thema einfach nicht im Blick hatten“. 

Hinweis für die Redaktionen:

 Die Impfquoten wurden im Rahmen des Innovationsreports 2019 erhoben. Für die Auswertung der Impfraten wurden die Daten der 2016 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren in Bezug auf die derzeit 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen für diese Altersgruppe untersucht. In Baden-Württemberg sind das rund 11.500 Kinder.