München, 7. März 2022. Im Pandemiejahr 2020 nahmen in Bayern 21,8 Prozent der Berechtigten eine Untersuchung zur Krebsfrüherkennung wahr. Im Jahr zuvor waren es mit 24,3 Prozent zweieinhalb Prozentpunkte mehr. "Damit nutzten rund 40.000 bayerische Versicherte weniger das Angebot", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Am deutlichsten war der Rückgang beim Hautkrebsscreening mit fast 3,5 Prozent.

Bredl bezieht sich auf die aktuelle Auswertung (Stand 02.02.2022) der TK-Abrechnungsdaten, in denen er für das erste Halbjahr 2021 leicht positive Tendenzen sieht. "Bis Juni 2021 waren schon über 12 Prozent der Berechtigten bei einer Krebsfrüherkennung. Ich hoffe, dass bis Ende 2021 die Coronadelle wieder ausgeglichen werden konnte." Auch bei der Darmkrebsvorsorge deuten die Halbjahresdaten 2021 daraufhin, dass in Bayern im vergangenen Jahr das Niveau vor der Pandemie wieder erreicht werden konnte.

Teilnahme an den Check-ups fast halbiert

Mehr Sorgen macht sich der bayerische TK-Chef um den Rückgang bei den Check-up-Untersuchungen. Hier sank die Inanspruchnahme der Berechtigten bei den Frauen von 20,3 Prozent im Jahr 2019 auf 12,8 Prozent im Jahr 2020 ab. Bei den Männern ging die Quote im gleichen Zeitraum von 18,3 auf 11,6 Prozent zurück. Damit nahmen binnen Jahresfrist im Freistaat rund 50.000 berechtigte Frauen und Männer weniger dieses Angebot zur Gesundheitsvorsorge wahr. Bredl: "Dennoch sehe ich für das vergangene Jahr 2021 ebenfalls positive Tendenzen. Nach den bisher vorliegenden Daten für die ersten sechs Monate wurde in Bayern bei der Inanspruchnahme die zweistellige Prozentzahl bereits überschritten."

20 Jahre Darmkrebsmonat März mit vielen Informationsmöglichkeiten 

Früherkennungsuntersuchungen sind wichtig und medizinisch sinnvoll. Je eher eine Krankheit entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Das gilt insbesondere bei Krebserkrankungen. Bredl empfiehlt den Darmkrebsmonat März zu nutzen, um sich wieder mehr mit dem Thema Früherkennung zu beschäftigen. "Die Aufklärungskampagne gibt es mittlerweile seit 20 Jahren."

Hinweis für die Redaktion

Bei der TK in Bayern sind derzeit über 1,45 Millionen Menschen versichert, bundesweit knapp 10,9 Millionen.