Mainz, 2. März 2021. Verschiedene Krebs-Früherkennungsuntersuchungen wurden während der ersten Coronawelle von weniger Menschen in Rheinland-Pfalz in Anspruch genommen. Das geht aus einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz hervor.

So nahmen im ersten Halbjahr 2020 rund ein Viertel der anspruchsberechtigten Rheinland-Pfälzerinnen eine Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs wahr. Im Vorjahreszeitraum lag die Inanspruchnahme bei 30 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 17 Prozent.

Inanspruchnahme von Mammographie sinkt um 25 Prozent

Auch bei dem Mammografie-Screening ist die Inanspruchnahme um ein Viertel gesunken. Während im ersten Halbjahr 2019 rund 12 Prozent der berechtigten Frauen eine Mammografie durchführen ließen, waren es Vergleichszeitraum 2020 lediglich neun Prozent. Leicht zurückgegangen um sechs Prozent ist bei den Frauen auch die Zahl der Darmspiegelungen (Koloskopie).

Entgegen dem Trend: Mehr Koloskopien bei Männern

Entgegen dem Trend ließen im ersten Halbjahr 2020 etwa 38 Prozent mehr Männer eine Koloskopie durchführen als im Vorjahreszeitraum. Auf Prostatakrebs ließen sich im ersten Halbjahr 2020 rund 12 Prozent der anspruchsberechtigten Männer untersuchen. Das sind gut 10 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2019.

Ein Fünftel weniger Hautkrebsscreenings

Zu einem Rückgang kam es auch bei beiden Geschlechtern bei der Hautkrebsfrüherkennung. Die Anzahl der durchgeführten Hautkrebsscreenings sank von neun auf sieben Prozent (-22 %). "Es ist wahrscheinlich, dass die Corona-Pandemie zu Verschiebungen und Absagen von Vorsorgeterminen geführt hat", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "Ob es im zweiten Halbjahr 2020 zu Nachholeffekten gekommen ist, lässt sich heute leider noch nicht sagen. Grund ist die stark verzögerte Meldung von Abrechnungsdaten an die Krankenkassen. Gerade die Pandemie zeigt, dass wir auf tagesaktuelle Daten angewiesen sind. Angesichts der digitalen Möglichkeiten von heute muss ein solcher Zeitverzug nicht mehr sein", kritisiert Simon. 

Hinweis für die Redaktion

Alles rund um das Thema Krebsfrüherkennung finden Sie hier. Zum 1. Januar 2020 hat der Gesetzgeber die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs neu geregelt und ein organisiertes Screening-Programm ins Leben gerufen.

Danach bleibt es für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wie bisher beim jährlichen Screening mittels eines sogenannten Pap-Tests. Frauen ab 35 wird der Pap-Test nicht mehr jährlich, sondern alle drei Jahre angeboten - dann zusätzlich kombiniert mit einer Untersuchung auf bestimmte Viren (HPV-Test). Bei beiden Tests wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Mit dem Pap-Test werden Zellveränderungen untersucht, die als Vorstufe für Krebs gelten. HPV-Viren wiederum erhöhen das Risiko für solche Zellveränderungen.

Die Kombination von Pap- und HPV-Test für Frauen ab 35 Jahren sorgt für zuverlässigere Untersuchungsergebnisse und reduziert durch das neue Dreijahresintervall den Aufwand für Arztbesuche. Frauen zwischen 20 und 65 Jahren erhalten jetzt außerdem regelmäßig Post von ihrer Krankenkasse - und zwar im Fünfjahresrhythmus. Enthalten ist eine persönliche Einladung mit Informationen zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung. 

Auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses sind neben den neuen Richtlinien auch Versicherteninformationen zu den Früherkennungsuntersuchungen verfügbar.