Hamburg, 2. Februar 2021. Während der ersten Welle der Corona-Pandemie haben weniger Frauen in Hamburg Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs in Anspruch genommen als sonst üblich. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg mit und beruft sich auf eigene Auswertungen anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar 2021. So haben im ersten Halbjahr 2020 rund 28 Prozent der anspruchsberechtigten TK-versicherten Frauen in Hamburg einen Früherkennungstermin wahrgenommen. Die Quote liegt zwar über dem bundesweiten Schnitt von rund 26 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr (1. Halbjahr 2019) sind es jedoch mit 34 Prozent etwa ein Fünftel weniger Untersuchungen (bundesweit: 32 Prozent).

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg: "Durch die Corona-Pandemie kann es sein, dass Frauen ihren Termin zur Krebsvorsorge möglicherweise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben. Ob es Nachholeffekte gibt und wie hoch sie ausfallen werden, können wir aber erst im Frühsommer abschätzen." Für die geringere Inanspruchnahme könnte laut Puttfarcken auch ein weiterer Effekt eine Rolle spielen: Seit dem 1. Januar 2021 wurden die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs neu geregelt und in ein organisiertes Screening-Programm überführt. 

Neu für Frauen ab 35: alle drei Jahre Pap-Abstrich plus HPV-Test

Nach der neuen Regelung bleibt es für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wie bisher beim jährlichen Screening mittels eines sogenannten Pap-Tests. Frauen ab 35 können den Pap-Test nicht mehr jährlich, sondern alle drei Jahre in Anspruch nehmen - dann zusätzlich kombiniert mit einer Untersuchung auf bestimmte Viren (HPV-Test). Bei beiden Tests wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Mit dem Pap-Test werden Zellveränderungen untersucht, die als Vorstufe für Krebs gelten. HPV-Viren wiederum erhöhen das Risiko für solche Zellveränderungen. Die Kombination von Pap- und HPV-Test für Frauen ab 35 Jahren sorgt für zuverlässigere Untersuchungsergebnisse und reduziert durch das neue Dreijahresintervall den Aufwand für Arztbesuche. 

Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs sind sexuell übertragene humane Papillomviren (HPV). Infektionen mit diesen Viren können zu Zellveränderungen und letztlich bösartigen Tumoren führen. Die Zellveränderungen finden meist über Jahre statt und entwickeln sich häufig über Krebsvorstufen. Die Vorstufen treten im Durchschnitt im Alter von 34 Jahren auf, Gebärmutterhalskrebs im Durchschnitt mit 55 Jahren. Die TK bezieht sich dabei auf Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft.

Frauen erhalten persönliche Einladungen zur Krebsfrüherkennung

Frauen zwischen 20 und 65 Jahren erhalten ab sofort alle fünf Jahre Post von ihrer Krankenkasse. Darin erhalten sie Informationsmaterial und werden persönlich zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung eingeladen. "In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die regelmäßige Früherkennung ist sehr wichtig: Denn die Heilungschancen steigen, je früher der Krebs und seine Vorstufen erkannt werden", so Puttfarcken. 

Hinweis für die Redaktion

Auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses sind neben den neuen Richtlinien auch Versicherteninformationen zu den Früherkennungsuntersuchungen verfügbar.