Wiesbaden, 21. Dezember 2021. Gestern haben das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI), der Hessische Städtetag, der hessische Städte- und Gemeindebund, die Krankenkassen sowie weitere Sozialversicherungsträger die novellierte Landesrahmenvereinbarung Prävention unterzeichnet. Gemeinsame gesundheitsfördernde Projekte können künftig nun noch zielgerichteter angegangen werden, hebt die Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

"Die TK in Hessen wird sich auch künftig mit großem Engagement und Know How im Bereich Prävention einbringen. Für uns ist klar, dass Gesundheitsförderung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die dauerhaft und verbindlich in alle Lebensbereiche der Menschen integriert werden muss. Die überarbeitete Landesrahmenvereinbarung bietet die Basis dafür, diese Ziele zu erreichen", erklärt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Zielgruppen erreichen

2016 wurde die erste Landesrahmenvereinbarung unterzeichnet, mit der erstmals krankenkassenübergreifenden Präventionsangeboten der Weg geebnet wurde. Ziel war und ist, bis dato schwer erreichbaren Zielgruppen, wie Erwerbslosen, Alleinerziehenden oder Menschen mit Migrationshintergrund, gesundheitsfördernde Angebote zuteilwerden zu lassen. "Das ist uns in den vergangenen fünf Jahren bereits gut gelungen. Gemeinsam haben wir jedoch festgestellt, dass es an der ein oder anderen Stelle noch Optimierungsbedarf gibt", erklärt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

So habe sich herausgestellt, dass eine Einbindung weiterer Akteurinnen und Akteure sinnvoll sei. Deshalb wird es künftig neben den jährlich stattfindenden Dialogforen, bei denen sich Präventionsexpertinnen und -experten über Bedarfe sowie Ziele und Ergebnisse von Projekten austauschen, auch Unterarbeitsgruppen geben. Die Einrichtung von vier solcher sogenannter Fachforen ist geplant - zu den Themen "Gesund aufwachsen", "Gesund bleiben", "Gesund im Betrieb" und "Gesund älter werden". 

Projekte den Bedürfnissen anpassen

"Der Plan ist, dass die Projekte im Rahmen der Fachforen künftig noch stärker an die Bedürfnisse der jeweils angesprochene Zielgruppe angepasst werden können", so Voß. Die Unterarbeitsgruppe "Gesund aufwachsen" beispielsweise soll Projekte entwickeln, die sich zum Beispiel an werdende Eltern, Familien sowie Kinder und Jugendliche richten. Zu den Expertinnen und Experten, die sich dort austauschen sollen, gehören neben Vertreterinnen und Vertretern der Krankenkassen zum Beispiel auch Schul- und Kitaträger sowie Schul- und Jugendämter. Im Fachforum "Gesund älter werden", in dessen Rahmen Projekte speziell für Seniorinnen und Senioren entwickelt werden, sollen künftig auch Pflegeverbände und Mitglieder von Seniorenbeiräten ihre Erfahrungen mit einbringen können. 

Die Partnerinnen und Partner der Landesrahmenvereinbarung haben in den vergangenen fünf Jahren viele tolle Projekte entweder neu auf den Weg bringen können oder dabei helfen können, bereits bestehende Projekte weiterentwickeln zu können. Beispielhaft seien hier die interkulturellen Gesundheitslotsinnen und -lotsen genannt, die seit 2012 im Auftrag des Gesundheitsamts Frankfurt gezielt Menschen mit Migrationshintergrund über Gesundheitsthemen aufklären. Durch die Unterstützung, die die Landesrahmenvereinbarung möglich gemacht hat, konnte das Angebot inzwischen auch auf Krippen, Kitas und Schulen ausgeweitet werden. Die Lotsinnen und Lotsen besuchen diese Einrichtungen, um Kinder und Eltern zu einem gesundheitsbewussteren Verhalten zu motivieren. Seit Pandemiebeginn klären die Lotsinnen und Lotsen vor Ort nun auch über Corona und die Impfungen auf. Das Projekt wurde 2019 mit dem Hessischen Gesundheitspries der Landesregierung ausgezeichnet.

Ein weiteres tolles Beispiel ist das Projekt Treffpunkt Bewegung in Kassel, das ebenfalls 2019 mit dem Hessischen Präventionspreis ausgezeichnet wurde. Es handelt sich dabei um ein Angebot, das sich speziell an ältere Menschen richtet und diese zu gemeinsamer sportlicher Aktivität im Freien motiviert. Inzwischen gibt es dieses Angebot in 14 Kasseler Stadtteilen.