Freiburg, 21. Januar 2019. 2018 sind deutlich mehr Menschen in Baden-Württemberg an der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) erkrankt als im Vorjahr. Mit insgesamt 268 Patienten zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) 87 Betroffene mehr als 2017. Nur im Jahr 2006 gab es noch mehr Erkrankungen im Land: Mit 281 Infizierten wurde damals laut der Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg die höchste Erkrankungszahl seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 registriert. "Da die Impfquote in Baden-Württemberg nach wie vor unzureichend ist, haben wir durch den Supersommer 2017 wieder eine sehr hohe Fallzahl, weil die ökologisch-klimatischen Faktoren dafür günstig waren", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg.  

Auch bundesweit ist die Zahl der Fälle 2018 von 468 auf 576 angestiegen. Damit wurde für Deutschland der bisherige Höchstwert von 546 Erkrankungen im Jahr 2006 sogar übertroffen. 85 Prozent der Fälle wurden aus Baden-Württemberg und Bayern (222) gemeldet. In den beiden Bundesländern liegen 123 der 142 Kreise in Deutschland, die aktuell als FSME-Risikogebiet ausgewiesen werden. Baden-Württemberg ist fast flächendeckend betroffen, lediglich der Stadtkreis Heilbronn zählt noch nicht dazu. 

Die Zahl der FSME-Fälle ist unter anderem abhängig von der Impfrate, der Verbreitung der Zecken im jeweiligen Jahr und der Anzahl der Tage an denen sich die Menschen wetterbedingt draußen aufhalten können. "Jeder, der sich viel in der Natur aufhält, auch wenn es nur im Garten oder Park ist, sollte deshalb vorsorgen", so Vogt. Bei den Schuleingangsuntersuchungen 2016 waren nur 21,6 Prozent der Kinder in Baden-Württemberg gegen FSME geimpft. In Bayern war die Impfquote mit 33,9 Prozent deutlich höher.

Eine Grundimmunisierung mit insgesamt drei Impfungen bietet einen zuverlässigen Langzeitschutz gegen FSME. Da zwischen den Impfungen gewisse Abstände einzuhalten sind, ist jetzt der richtige Zeitpunkt damit zu beginnen: Nach der ersten Basisimpfung vergehen etwa ein bis drei Monate bis zur zweiten Impfung. Erst zwei Wochen nach dieser zweiten Impfung ist ein wirksamer Schutz vorhanden. Durch eine dritte Impfung wird schließlich ein Langzeitschutz aufgebaut, der alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden sollte. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn der Aufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb Deutschlands vorgesehen ist.