Magdeburg, 22. August 2018. Durch Beteiligung und Mitwirkung aller KiTa-Akteure sind 14 Kindertagesstätten Sachsen-Anhalts in den vergangenen zwei Jahren zu gesundheitsförderlicheren Lebenswelten sowohl für die Kinder als auch ihre Erzieherinnen und Erzieher gestaltet worden. In dem von der Landesvereinigung für Gesundheit (LVG) und der Techniker Krankenkasse (TK) Sachsen-Anhalt gemeinsam initiierten Projekt „Partizipationsmanagement zur gesundheitsförderlichen Strukturentwicklung von KiTas in Sachsen-Anhalt“, kurz PagS genannt, standen Gesundheit und deren Förderung als ein wichtiger Bestandteil der täglichen KiTa-Arbeit im Mittelpunkt, erläuterte LVG-Geschäftsführerin Martina Kolbe am Mittwoch bei einem Pressegespräch zum Projektabschluss in der Magdeburger KiTa „Storchennest“. 

Zivilisationskrankheiten rechtzeitig vorbeugen 

Die jeweiligen Teams wurden unterstützt, die eigene Gesundheits-, Lebens- und Arbeitssituation zu analysieren und mögliche Veränderungen anzupeilen. Dabei knüpften sie an bereits bestehende gesundheitsförderliche Maßnahmen und Entwicklungsprozesse an. Die Themenpalette beinhaltete Maßnahmen zur Stärkung der physischen und psychischen Gesundheit und reichte von Angeboten zu Ernährung und Bewegung über das Erlernen von Entspannungs- und Stressbewältigungsstrategien für Kinder und Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher bis hin zur Förderung von Resilienzen, also psychischen Abwehrkräften. 

Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt betonte: „Als Krankenkasse liegt uns die Gesundheit von Heranwachsenden natürlich besonders am Herzen. Darum haben wir das Projekt gern gefördert, um präventives und gesundheitsförderndes Verhalten dauerhaft in den KiTa-Alltag zu integrieren. Denn bedauerlicherweise haben zahlreiche Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck oder Übergewicht ihre Wurzeln in Form von Bewegungsmangel und falscher Ernährung schon in der Kindheit". 

Kinder, Eltern und Erzieher eingebunden 

Die teilnehmenden KiTas in Bebertal, Burg, Gr. Santersleben, Halberstadt, Köthen, Magdeburg, Rottmersleben, Schackensleben, Schermen, Schönebeck, Wanzleben und  Wittenberg konnten im Rahmen von PagS zudem durch Mitarbeiterbefragungen, das Implementieren von betrieblichem Gesundheitsmanagement sowie die Gründung von Gesundheitszirkeln die Struktur- und Qualitätsentwicklung in ihren Einrichtungen voran bringen. "Insgesamt profitierten von dem Kooperationsprojekt landesweit rund 1.200 Heranwachsende und mehr als 160 Mitarbeiterinnen in den jeweiligen KiTas sowie Geschwisterkinder und Eltern bzw. Großeltern", sagte Hennicke. 

Bei den Magdeburger Storchennest-Kindern stand im Rahmen des PagS-Projektes vor allem die Bewegungsförderung im Mittelpunkt, insbesondere die der zwei- bis dreijährigen Krippenkinder. Bei speziellen Kursen für Kleinkinder erhielten deren Erzieherinnen zugleich viele Inspirationen für den regulären Sport in der KiTa. 

In Schönebecks KiTa „Regenbogen“ erfuhren Eltern bei einem gemeinsamen Entspannungskurs mit ihren Kindern, wie ihre kleinen Wirbelwinde auch mal zu Ruhe und Entspannung finden. Das dortige Erzieher-Team lernte bei Fortbildungen bewegungsorientierte Spielräume in der KiTa kennen und „Stark im Stress“ zu werden. 

„Regenbogen“-Kinder in der gleichnamigen Evangelischen KiTa in Wanzleben erlebten durch PagS, wie „Der Regenbogen zu tanzen begann“. Gemeinsam mit ihren Mamas und Papas haben sich die Kleinen unter fachlicher Anleitung und mit Hilfe von Phantasiereisen, progressiver Muskelentspannung und autogenem Training sowie zu Klängen der Klangschalen eigene „Wohlfühl-Oasen“ und „Quellen des Kraft-Schöpfens“ erschaffen. 

Autogenes Training und Yogakurse 

Zunehmenden körperlichen Beschwerden ihres Bewegungsapparates konnten die Mitarbeitenden der KiTa „Pittiplatsch“ in der Lutherstadt Wittenberg bei Kursen zur Rückenschule entgegenwirken, bei einem Workshop zum Thema Resilienz sowie beim Kennenlernen von Entspannungsübungen durch Autogenes Training zudem ihre psychische Widerstandskraft stärken. Zusätzliche Bewegungs- und Yogaangebote für Kinder halfen, deren körperliche Fitness zu stärken und die Koordination der Kleinen zu verbessern. 

In der Köthener KiTa „Guter Hirte“ gab es im Rahmen des Projektes unter anderem verschiedene Bewegungsangebote für die Kinder, für ihre Erzieherinnen und Erzieher eine Rückenschule, Kurse zu Autogenem Training und progressiver Muskelentspannung sowie Workshops zur Entwicklung von bewegungsorientierten Spielräumen und zur gesunden Ernährung. 

Bei den Bebertaler „Waldwichteln“ gehörten Angebote zur Rückengesundheit, Team-Workshops zum Stressabbau sowie Elterninformationen zu Themen wie „Gesunde Durstlöscher“ oder zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung zu den PagS-Aktivitäten. Die Krippenkinder im „Kinderland“ von Groß Santersleben wurden durch lizensierte Trainer von actiVaria motiviert, Bewegungserfahrungen im freien Spiel zu sammeln.