Gemeinsam mit der Universität zu Lübeck, der Universität Halle-Wittenberg und der Hochschule Fulda, sowie acht Pflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern starteten wir im Herbst 2018 ein wissenschaftlich fundiertes, ganzheitliches Projekt zur Prävention, Sensibilisierung und Vorbeugung von gewaltvollen Handlungen innerhalb des Settings Pflege.

Gesundheitsförderung in der Pflege ist Präventionsarbeit

In enger Zusammenarbeit mit den Pflegebedürftigen und den Pflegeeinrichtung sind die Pflegekassen gesetzlich dazu beauftragt, Vorschläge zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation und zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen und Fähigkeiten zu entwickeln, sowie deren Umsetzung zu unterstützen.

Mit unserem Präventions-Projekt "PEKo - Partizipative Entwicklung von Konzepten zur Prävention von Gewalt in der stationären Pflege" verfolgen wir das Ziel, gemeinsam mit den teilnehmenden Einrichtungen individuelle Konzepte zur Prävention von gewaltsamen Handlungen im Pflege-Setting zu entwickeln. Gewalt gegenüber Pflegebedürftigen, aber auch gegenüber Pflegenden ist laut einer Umfrage unter Pflegefachpersonen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP) leider kein seltenes Problem. Erste Befragungen im Rahmen von "PEKo" signalisieren, dass 63 Prozent der Pflegekräfte innerhalb der vergangenen sechs Monate körperliche Gewalt durch Bewohnerinnen oder Bewohner erlebt zu haben.

Die Zukunft der wird auf mehreren Ebenen erreicht

Für eine zukunftssichere Pflegebranche benötigt es Aktivitäten auf mehreren Handlungsfeldern. "Neben einer höheren Vergütung, insbesondere in der Altenpflege, kann auch eine größere Lohnspreizung die Anreize zur Weiterbildung erhöhen und die Qualität der pflegerischen Versorgung stärken" fordert TK-Landeschefin Manon Austenat-Wied. Ergänzend fordert Austenat-Wied die Pflegeeinrichtungen im Land auf "praxisnahe Rückkehrangebote nach einer beruflichen Auszeit, sowie eine altersgerechte Arbeitsorganisation einzuführen". Die Zukunft der Pflegeberufe kann nur gesamtgesellschaftlich realisiert werden. "Die TK steht zu ihrer Verantwortung und bringt sich in diesen Prozess u. a. mit PEKo ein", verspricht Manon Austenat-Wied.

Wissenschaftlich fundierte Prävention in Pflegeeinrichtungen

Die Intervention in den an "PEKo" teilnehmenden Pflegeeinrichtungen besteht aus einer multimodalen Maßnahmenkette. Somit ist sichergestellt, dass die einrichtungsspezifischen Maßnahmen zur Gewaltprävention nachhaltig in die Einrichtungsstrukturen verankert sind. Zentrale Erfolgsbausteine sind der Einsatz von Maßnahmen der Verhaltensprävention und Verhältnisprävention. Die wissenschaftlichen Einrichtungen betreuen nicht nur den Aufbau und Fachgerechten Ablauf des Projekts, sondern sorgen auch über eine unabhängige Evaluation.

Das Evaluationskonzept basiert auf einem Mixed-Methods-Design und vereint damit die Stärken quantitativer und qualitativer Forschungsansätze. Durch Befragungen zu mehreren Zeitpunkten werden Zeitreihenanalysen möglich, um die Langzeiteffekte des Projekts zu eruieren.