Erfurt, 1. Juni 2021. Im ersten Halbjahr 2020 haben sich rund 28.200 gesetzlich versicherte Thüringerinnen und Thüringer über 60 Jahren gegen Pneumokokken impfen lassen. Damit haben sich fast doppelt so viele Menschen für die Impfung entschieden wie in den ersten beiden Quartalen 2019 (rund 15.400 Impfungen). Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Erfurt mit und beruft sich auf Abrechnungsdaten Thüringer Ärztinnen und Ärzte.

Die Impfung wurde zu Beginn der Corona-Pandemie unter anderem vom Bundesgesundheitsministerium empfohlen, da Pneumokokken-Infektionen zu gefährlichen Lungenentzündungen führen und eine Sepsis (Blutvergiftung) verursachen können. Bei schweren Verläufen machen sie daher eine Behandlung auf der Intensivstation, gegebenenfalls gar eine Beatmung, nötig. Nach dem Aufruf war die Nachfrage so groß, dass es teilweise Lieferprobleme beim Impfstoff gab. 

"Die deutlich erhöhte Pneumokokken-Impfbereitschaft während der Pandemie ist erfreulich. Sie zeigt, dass sich viele Ältere um ihren eigenen Schutz und den von anderen bemühen. Impfen ist immer auch ein Akt von Solidarität", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Wer sich gegen Pneumokokken impfen lassen möchte, kann natürlich auch jetzt noch seinen Hausarzt oder seine Hausärztin ansprechen."

Hinweis für die Redaktion

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Pneumokokken-Impfung generell für Menschen ab 60 Jahren sowie für Patientinnen und Patienten mit bestimmten chronischen Krankheiten. Ob und wann eine Auffrischung nach mehreren Jahren nötig ist, sollte mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden. Auffrischungsimpfungen sind in den Zahlen oben nicht enthalten.

Für Säuglinge empfiehlt die STIKO eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen im Alter von zwei, vier und elf Monaten.