Hannover, 24. September 2018. Nichts kann das innere Gleichgewicht und das seelische Wohlbefinden eines kleinen Menschen mehr stärken als das Vertrauen in seine Fähigkeiten. Eltern und Erzieher können dies fördern, indem sie erkennen, was das Kind besonders gut kann, an was es interessiert ist und welche positiven Charaktereigenschaften es hat. Kurzum: Welche Schätze im Kind schlummern. Genau hier setzt das Eltern-Programm 'Schatzsuche' an, mit dem die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVG&AFS) in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) Landesvertretung Niedersachsen in eine gesunde Kinderzukunft investieren will.

Symbolische Schatzsuche als Reise zu sechs Inseln

"Erzieherinnen, Erzieher, Eltern und andere Bezugspersonen begeben sich als Experten der Kinder auf eine gemeinsame symbolische Schatzsuche, die inhaltlich als Reise zu sechs verschiedenen Inseln aufgebaut ist", erklärt Thomas Altgeld, Geschäftsführer der LVG&AFS Nds e.V. "Die Kindheit bestimmt das Leben und die seelische Gesundheit ist von elementarer Bedeutung für das spätere Erwachsenwerden. Kindertagesstätten (Kitas) befinden sich in einer Schlüsselposition, da diese optimale Chancen bieten, Eltern zu erreichen. Ziel des Programms ist, die Bezugspersonen der Kinder zu sensibilisieren, um die Stärken und Schutzfaktoren der Kinder als 'Schätze' in den Blick zu nehmen".

TK unterstützt den Aufbau gesundheitsfördernder Strukturen in Kitas

"Seit Januar 2017 fördert die TK in Höhe von insgesamt rund 166.000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren die Implementierung des Eltern-Programms in der niedersächsischen Kita-Landschaft und unterstützt damit den Aufbau gesundheitsfördernder Strukturen in pädagogischen Einrichtungen", so Inken Holldorf, Landeschefin der TK in Niedersachsen.

"Von den Kitas bekommen wir regelmäßig das positive Feedback, dass es sich um ein strukturiertes, praktikables und gut umsetzbares Projekt handelt. Es freut uns daher sehr, dass das Interesse und die Nachfrage bei den Kitas groß ist. Aus Sicht der TK ist es daher gut investiertes Geld. Die Initiative trage auch dem Trend hin zu einer ressourcenorientierten Erziehung Rechnung, die vermehrt auf positive statt negative Reize setze. Es geht inzwischen eher um die Frage, was ein Kind kann und nicht, was es nicht kann".

Schatzsuche-Programm löst Perspektivwechsel aus

Marie-Kristin Dunker, Fachreferentin der LVG&AFS Nds e.V. und Schatzsuche-Koordinatorin in Niedersachsen berichtet: "Das Programm regt bei allen Beteiligten einen Perspektivwechsel an, welcher beeindruckt und staunen lässt. Das Motto des Ganzen ist ja eben 'Schatzsuche statt Fehlersuche'. Genau diese Haltung entwickelt sich spürbar bei den Schatzsuche-Referenten und weckt Lust, gemeinsam mit den Eltern auf Schatzsuche zu gehen".

Bis Ende 2019 80 Pädagogen und 40 niedersächsische Kitas erreicht

Landesweit werden jeweils zwei pädagogische Fachkräfte aus einer Kita als Referenten ausgebildet, um anschließend vor Ort in der Einrichtung das Eltern-Programm umzusetzen. 35 Erzieherinnen und Erzieher in 18 niedersächsischen Kitas haben das Programm bereits erfolgreich durchlaufen und sind mit dem Siegel und Schatzsuche-Zertifikat ausgezeichnet worden. Bis Ende 2019 werden es insgesamt 80 Pädagoginnen und Pädagogen aus 40 Kitas sein.

Arbeitsmaterial für Erzieher: Medienpaket in Form einer Schatzkiste

Zur Durchführung des Eltern-Programms steht den Erzieherinnen und Erziehern ein umfangreiches Medienpaket in Form einer 'Schatzkiste' zur Verfügung. Zu den Inhalten gehören eine detaillierte Beschreibung und zahlreiche Materialien. Schwerpunkte der Weiterbildung sind Qualifizierungen zu den Themen seelisches Wohlbefinden, Zusammenarbeit mit den Eltern, Vermittlung praxisnaher Methoden, Techniken, Arbeitshilfen, trägerübergreifender kollegialer Austausch, Praxisreflektion und Fachberatung sowie Stärkung der Erzieherrolle. Altersmäßig ist die Schatzsuche auf Kinder von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr zugeschnitten.

Positives Feedback aus den Kitas

"Die schönste Rückmeldung, die wir von Eltern erhalten haben, ist die, dass sie seit dem Beginn des Schatzsuche-Programms ihre Kinder anders sehen und wahrnehmen", freut sich Evelyn Marx-Lampe, Schatzsuche-Referentin und Leiterin des Kindergartens Regenbogen in Harsum. "Es ist nachweislich spürbar, dass die Eltern durch das Programm ihre Erziehungsstrategien überdenken". Zudem sei die Kommunikation mit den Eltern besser und einfacher geworden "Eltern und Erzieher gehen vertrauensvoller miteinander um", berichtet Marx-Lampe.