Jena/ Erfurt, 5. September 2021. Das suchtpräventive Lebenskompetenzprogramm IPSY wird an Thüringer Sekundarschulen bereits seit 2015 umgesetzt. Programme wie dieses können Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, die für sie zusätzlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Das haben die Psychologinnen der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die das Programm entwickelt haben und Pädagoginnen und Pädagogen für die Umsetzung schulen, in einem aktuellen Aufsatz herausgearbeitet.

Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt das IPSY-Programm als Gesundheitspartner.

Kinder und Jugendliche für Krisenzeiten besser gewappnet

Programme wie IPSY stärken genau jene Kompetenzen, die psychosozialen Problemen und Störungen entgegenwirken und eine positive Entwicklung fördern - gerade unter herausfordernden Bedingungen. Zu den sogenannten Lebenskompetenzen gehören unter anderem Problemlösefähigkeit, Stressbewältigung, Selbstwahrnehmung, kritisches und kreatives Denken und ein guter Umgang mit Emotionen.

IPSY - so beliebt ist das Programm in Thüringen

Übersicht der Landkreise und kreisfreien Städten in Thüringen mit Schulen, die IPSY anbieten. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Anzahl der Schulen mit IPSY-trainiertem Schulpersonal

"Lebenskompetente Kinder und Jugendliche sind resilienter als andere. Das heißt sie entwickeln sich im Angesicht problematischer Umstände positiver als zu erwarten wäre", sagt Prof. Dr. Karina Weichold. "Gleichzeitig wirken sich Lebenskompetenzprogramme positiv auf das Klassenklima aus. Gerade nach der langen Phase mit weniger Sozialkontakten und des Heim- oder Wechselunterrichts können durch Programme wie IPSY eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit und ein positives Miteinander im Klassenverband geschaffen werden. Das ist im Moment auch eine der Hauptmotivationen der Pädagoginnen und Pädagogen, die an unseren Schulungen teilnehmen."

Pädagoginnen und Pädagogen aus allen Thüringer Landkreisen geschult

Bereits 360 Thüringer Pädagoginnen und Pädagogen haben sich für das IPSY-Programm schulen lassen. Danach können sie es mithilfe eines Manuals in ihren fünften bis siebten Klassen unterrichten. 175 Sekundarschulen in ganz Thüringen wurden so erreicht.

In jedem der 17 Thüringer Landkreise und jeder der fünf kreisfreien Städte sind an mindestens zwei Schulen Pädagoginnen und Pädagogen IPSY-trainiert. Die meisten Schulen mit dem IPSY-Programm gibt es in Jena (14), dem Wartburgkreis (12) und dem Altenburger Land (12).

"Dass das IPSY-Programm im gesamten Freistaat gut angenommen wurde, freut mich besonders", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Ich hoffe, dass das Präventionsprogramm jetzt vielen Schülerinnen und Schülern hilft, die Corona-Krise zu bewältigen und ihre psychosoziale Gesundheit stärkt. Besonders denke ich dabei an Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen, die in einer Klasse mit gutem zwischenmenschlichem Klima aufgefangen werden können."

Hinweis für die Redaktion

In welchem Landkreis wie viele Schulen für das IPSY-Programm trainiert sind, sehen Sie in der Übersicht zur  Verteilung des IPSY-Programms .

Zu den Hauptzielen des IPSY-Programms gehört, den Erstkonsum von Alkohol und Zigaretten hinauszuzögern. Außerdem sollen der Konsum illegaler Drogen und Substanzmissbrauch und -abhängigkeit verhindert werden. Entgegen traditioneller Ansätze setzt IPSY nicht auf Abschreckung oder reine Wissensvermittlung, sondern auf die Förderung von Lebenskompetenzen mittels interaktiver Methoden.

Kontakt für Fragen zu IPSY: apl. Prof. Dr. Karina Weichold, Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Tel.: 03641 945 201, E-Mail: karina.weichold@uni-jena.de

Die TK ist weiter Gesundheitspartner und unterstützt das bundesweite IPSY-Projekt bis ins Jahr 2023 mit insgesamt 750.000 Euro. Seit März 2018 können sich Pädagoginnen und Pädagogen bundesweit für Schulungen anmelden. Seitdem wurden fast 500 Pädagoginnen und Pädagogen aus anderen Bundesländern geschult. Von 2015 bis 2017 war Thüringen Modellregion für das IPSY-Projekt.