Erfurt, 1. Juli 2019. Impfen schützt - nicht nur die Geimpften selbst, auch die Menschen in ihrer Umgebung. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Gemeinschaftsschutz. Sechs Erfurter Studentinnen der Medien- und Kommunikationswissenschaft haben einen neuen Weg getestet, das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes zu vermitteln: mithilfe eines Virtual-Reality-Videos. Die Ergebnisse ihres Experiments zeigen, dass Virtual Reality (VR) zur Impfaufklärung geeignet ist.

Die Landesvertretung Thüringen der Techniker Krankenkasse (TK) hat die Studentinnen der Bachelor-Projektgruppe "VirtualVax" bei ihrer Arbeit unterstützt. "Die Impfquoten in Thüringen zu steigern, ist uns ein wichtiges Anliegen. Deshalb haben wir die Studentinnen bei ihrer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Impfaufklärung sehr gerne gefördert", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

Überzeugen statt verpflichten

"Derzeit wird in Deutschland eine Masern-Impfpflicht diskutiert. Studien zeigen jedoch, dass es effektiver ist, mittels gezielter öffentlicher Kommunikation eine positive Einstellung gegenüber Impfungen zu schaffen. Dabei spielt insbesondere das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes eine wichtige Rolle", sagt Paula Giesler von der Projektgruppe "VirtualVax". Es stellt sich die Frage, welches Medium dazu am besten geeignet ist. "Es wurde bereits herausgefunden, dass 2D-Simulationen besser zur Vermittlung von Gemeinschaftsschutz geeignet sind als Texte. Im Rahmen unseres Forschungsprojekts haben wir erstmals untersucht, ob Virtual Reality eine neue Möglichkeit zur Impfaufklärung bietet", erklärt Giesler.

Virtual Reality: neu, interessant, anschaulich

Die Vermutung, dass VR-Videos die Impfbereitschaft und das Wissen über Gemeinschaftsschutz stärker steigern als Texte oder herkömmliche Videos, konnte zwar nicht bestätigt werden. Laut "VirtualVax" ist die Impfaufklärung mittels VR-Technologie trotzdem sinnvoll. Das hat mehrere Gründe: Zum einen erregen VR-Videos eine höhere Aufmerksamkeit, diese wiederum hat einen positiven Einfluss auf das Wissen zum Thema Impfen. Und wer gut informiert ist, lässt sich eher impfen - auch zum Schutz anderer. Weitere Vorteile der VR-Technologie: sie wirkt besonders anschaulich und kann darüber hinaus mit dem Spaßfaktor punkten, das zeigen die Befragungen.

Hinweis an die Redaktion

Die Arbeit mit dem Titel "Virtual Reality in der Impfaufklärung: Eine Experimentalstudie zur medialen Vermittlung des Prinzips des Gemeinschaftsschutzes" erstellten die Studentinnen im Rahmen der Projektstudienphase 2018/19 im Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt. Am Laborexperiment der Studie nahmen 325 Personen im Alter von 18 bis 42 Jahren teil. Die 2D-Variante des im Experiment eingesetzten Videos ist online abrufbar.