Mainz, 7. März 2022. Im neuen TK-Report "Kinder und Arzneimittel" stehen die jüngsten Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) im Fokus. Wie ist es um deren Versorgung mit Arzneimitteln und Impfstoffen bestellt? Auswertungen der aktuellen Studie zeigen: Gut die Hälfte (50,6 Prozent) der 2019 in Rheinland-Pfalz geborenen Kinder wurde in den ersten beiden Lebensjahren vollständig mit den für dieses Alter von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen immunisiert.

Die Masern-Impfquote im Land liegt auf einem weitaus höheren Niveau: Gegen diese Erkrankung sind 85,6 Prozent der bei der TK versicherten Kinder vollständig geimpft. Da bei der Schutzimpfung in der Regel ein Kombinationsimpfstoff gegen Mumps und Röteln verwendet wird, haben sich die Quoten für diese Impfungen ähnlich entwickelt. Beim Vergleich mit den Vorjahren 2017 und 2018 wird außerdem deutlich, dass die Masern-Impfquote weiter gestiegen ist. Es liegt nahe, dass dies auf die seit März 2020 bestehende Impfpflicht für Kindergarten- und Schulkinder zurückzuführen ist.

"Das erste Pandemiejahr 2019 hat das Impfverhalten der rheinland-pfälzischen Bevölkerung offenbar nicht signifikant beeinflusst: Die Zahl der vollimmunisierten Kleinkinder liegt in dem analysierten Zeitraum der Jahre von 2017 bis 2019 auf ähnlichem Niveau", so der rheinland-pfälzische Landesvertretungsleiter der TK, Jörn Simon.

Auch die Zahl ungeimpfter Kinder in Rheinland-Pfalz blieb konstant: Ihr Anteil stieg von vier Prozent im Jahr 2017 auf 4,5 Prozent in 2018 und stagnierte 2019 auf diesem Niveau.

Fieber und Schmerzmittel werden am häufigsten verordnet

Der Report zeigt außerdem, welche Arzneimittel Kindern unter zwölf Jahren bundesweit am häufigsten verschrieben werden. An der Verordnungsspitze rangieren die Fieber- und Schmerzmittel Ibuprofen und Paracetamol, gefolgt von Mitteln gegen Erkältungen (Xylometazolin, Efeublätter, Ambroxol) und Medikamenten zur Förderung des Knochenaufbaus (Colecalciferol). Während sich die Impfstatistik relativ unbeeinträchtigt von Corona zeigt, unterliegen die Verordnungsdaten einem starken Pandemieeffekt: 2020* wurden insgesamt fast 40 Prozent weniger Arzneimittelpackungen verordnet. Erhielten vor der Pandemie noch 45 Prozent der Kinder mindestens eine Verordnung über Schmerz- und Fiebermittel, waren es im ersten Pandemiejahr nur noch 29 Prozent.   

Mehr Psychopharmaka-Verordnungen für rheinland-pfälzische Kinder und Jugendliche

Ein Blick auf die Daten für Rheinland-Pfalz zeigt zudem, dass die Verordnungen von Medikamenten zur Behandlung der Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) für 12- bis 17-jährige Jugendliche signifikant gestiegen sind - von 3,3 Prozent (2017) auf 3,8 Prozent (2020). Dabei wird die Erkrankung bei Jungen deutlich häufiger diagnostiziert als bei Mädchen.

Was weibliche Jugendliche gleichen Alters anbetrifft, fällt allerdings die steigende Zahl der Verschreibungen von Antidepressiva auf: Bei ihnen stiegen die Verordnungszahlen im gleichen Beobachtungszeitraum von 1,2 Prozent auf 1,8 Prozent an. Auch für Jungen dieser Altersgruppe wurden mehr Rezepte für Antidepressiva ausgestellt: Binnen drei Jahren erhöhte sich die Zahl der Verordnungen jedoch nur von 0,5 Prozent auf 0,7 Prozent.

Hinweise für die Redaktion

Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2016, 2017, 2018 und im ersten Halbjahr 2019 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder in Bezug auf die 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen untersucht. Dabei wurden die ersten neun Lebensquartale betrachtet.

*Bei der Auswertung der Arzneimittelverordnungen wurde vor dem Hintergrund der Coronapandemie von den kalendarischen Jahren abgewichen. Die Zeiträume umfassen jeweils die Monate März bis Ende Februar. 

Der vollständige Report "Kinder und Arzneimittel" sowie weitere Informationen und Infografiken gibt es auf dem Presseportal der TK sowie auf dem Blog Wir Techniker.