Saarbrücken, 2. Februar 2021. In der ersten Coronawelle sind die Saarländerinnen und Saarländer seltener zu Krebs-Früherkennungsuntersuchungen gegangen als im Vorjahreszeitraum. Nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar ging im zweiten Quartal 2020 die Inanspruchnahme der verschiedenen Untersuchungen im Vergleich zu den Quartalen zuvor deutlich zurück - teilweise um mehr als 50 Prozent. So nahmen nur 2,5 Prozent der im Jahr 2020 berechtigten Frauen eine Mammographie wahr, im Vorjahresquartal waren es noch 5,6 Prozent gewesen. Die Hautkrebs-Screenings wurden nur von 3,1 Prozent (5 Prozent in Q2 2019) der Anspruchsberechtigten genutzt. Auch die Untersuchung der Prostata und der äußeren Genitalien bei Männern war weniger nachgefragt und fiel von 5,6 auf 4,6 Prozent.

Nachholeffekte möglich

"Es ist auch in Zeiten der Pandemie eminent wichtig, dass Krebserkrankungen möglichst früh entdeckt und behandelt werden", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung, ergänzt aber: "Es kann im zweiten Halbjahr 2020 natürlich noch Nachholeffekte gegeben haben. Das wissen wir aufgrund der Abrechnungsdaten aber erst im Frühsommer 2021."

Sondersituation bei Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs

Auch bei den Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs ist die Inanspruchnahme von 13,4 auf 10,8 Prozent zurückgegangen. Dort könnte aber ein weiterer Effekt eine Rolle spielen. Zum 1. Januar 2020 hat der Gesetzgeber die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs neu geregelt und ein organisiertes Screening-Programm ins Leben gerufen. 

Danach bleibt es für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wie bisher beim jährlichen Screening mittels eines sogenannten Pap-Tests. Frauen ab 35 wird der Pap-Test nicht mehr jährlich, sondern alle drei Jahre angeboten - dann zusätzlich kombiniert mit einer Untersuchung auf bestimmte Viren (HPV-Test). Bei beiden Tests wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Mit dem Pap-Test werden Zellveränderungen untersucht, die als Vorstufe für Krebs gelten. HPV-Viren wiederum erhöhen das Risiko für solche Zellveränderungen. Die Kombination von Pap- und HPV-Test für Frauen ab 35 Jahren sorgt für zuverlässigere Untersuchungsergebnisse und reduziert durch das neue Dreijahresintervall den Aufwand für Arztbesuche.

Erstmals persönliche Einladungen per Post 

Frauen zwischen 20 und 65 Jahren erhalten jetzt außerdem regelmäßig Post von ihrer Krankenkasse - und zwar im Fünfjahresrhythmus. Enthalten ist eine persönliche Einladung mit Informationen zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Alle fünf Jahre wird zur Erinnerung erneut informiert.

Hinweis für die Redaktion

Auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses sind neben den neuen Richtlinien auch Versicherteninformationen zu den Früherkennungsuntersuchungen verfügbar.