Erfurt, 21. Januar 2022. In Thüringen wurden auch 2021 deutlich weniger Fälle von Infektionskrankheiten gemeldet als vor der Coronapandemie im Jahr 2019. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich dabei auf Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).
 
"Schon 2020 haben wir einen deutlichen Rückgang fast aller Infektionskrankheiten abgesehen von COVID-19 im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit beobachtet. Auch wenn es deutliche Unterschiede zwischen den Zahlen von 2021 und 2020 gibt: Gleich ist, dass es bedeutend weniger Infektionskrankheiten als 2019 waren", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Die Hygienemaßnahmen und verringerten physischen Kontakte gehören mit Sicherheit zu den Hauptgründen dafür."

60 Prozent weniger Norovirus, fast keine Grippefälle

Besonders deutlich war der Rückgang bei Influenza: Vor der Pandemie, 2019, wurden im Freistaat rund 15.700 Grippe-Infektionen gemeldet. 2021 waren es 35.
 
Auch Magen-Darm-Infektionen gab es deutlich weniger. Wurden 2019 noch rund 6.000 Infektionen an das RKI gemeldet, waren es 2021 noch 2.200. Die Rotavirus-Meldungen sind von rund 3.100 auf rund 300 gesunken. 
 
Keuchhusten trat 2019 (863 Meldungen) mehr als zwanzigmal so häufig auf wie 2021 (40 Meldungen). Die Windpocken-Meldungen sind im Zweijahresvergleich um das Siebenfache gesunken (2019: 534 Meldungen, 2021: 78 Meldungen).
 
Die FSME-Infektionen sind nach einem deutlichen Hoch 2020 (17 Meldungen) im vergangenen Jahr wieder zurück gegangen.

2021

2020

2019

Norovirus-Gastroenteritis

2.195

1.736

5.971

Rotavirus-Gastroenteritis

268

480

3.083

Influenza (Grippe)

35

9.363

15.714

Keuchhusten

40

256

863

Windpocken

78

171

534

FSME

9

17

8

Quelle: Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 1/2022