Die sachsen-anhaltischen Männer gehen häufiger zu Krebsfrüherkennungsuntersuchungen als ihre Geschlechtsgenossen in anderen Bundesländern. Sie nehmen diese aber deutlich weniger in Anspruch als Frauen. Laut einer Datenerhebung der Techniker Krankenkasse (TK) nutzten im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt knapp 30 Prozent der bei der Kasse versicherten anspruchsberechtigten Männer die Chance zur Krebsfrüherkennung. Von den Frauen taten dies mit 60 Prozent doppelt so viele. Bundesweit lag die Quote bei 27 beziehungsweise 58 Prozent.

Mit großem Abstand über dem deutschlandweiten Durchschnitt lag Sachsen-Anhalt im Vorjahr erneut bei der Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings. 57 Prozent aller in Frage kommenden bei der TK versicherten Frauen im Bundesland nutzten die Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Bundesweit taten dies nur 27 Prozent.

Weniger Versicherte als im Bundesdurchschnitt nutzten hingegen das Hautkrebs-Screening. Während deutschlandweit im Schnitt 21 von hundert Anspruchsberechtigten diese Untersuchung durchführen ließen, waren es in Sachsen-Anhalt lediglich 17.

Deutlich Luft nach oben gibt es auch bei der Inanspruchnahme der Jugendgesundheitsuntersuchung. Rund 57 Prozent der Heranwachsenden mit Wohnsitz in Sachsen-Anhalt nutzten sie im Jahr 2017. Diese Quote lag unter dem Bundeswert von 59 Prozent und bescherte Sachsen-Anhalt im Ländervergleich einen der hinteren Ränge.

Pro und Contra abwägen

Die TK rät insbesondere Menschen, die eine Fehldiagnose oder Übertherapie befürchten, das Thema Früherkennung nicht einfach zu ignorieren, sondern sich bewusst damit auseinanderzusetzen und Pro und Contra individuell abzuwägen. Dafür bietet die Kasse fachliche Informationen und Entscheidungshilfen für verschiedene Früherkennungsuntersuchungen an.