Eine der beteiligten Einrichtungen ist die Kindertagesstätte Lindenhof in Bremen-Gröpelingen. Mit dem Fördergeld wurden vor Ort bereits erste Maßnahmen realisiert. Im Interview berichtet die Leiterin Astrid Majer über ihre selbst gewählten Projektideen und die bereits gemachten Erfahrungen.

TK: Frau Majer, wie sind Sie auf das TK-Projekt "Gesunde Kita" aufmerksam geworden und was waren die Beweggründe für Ihre Bewerbung?

Astrid Majer: Auf der Leitungsebene unseres Trägervereins ist das Projekt "Gesunde Kita" im letzten Jahr vorgestellt worden. Mit dem Ziel Kindertagesstätten zu einem gesünderen Ort zu machen, konnten wir uns auf Anhieb identifizieren. Als Leiterin habe ich dazu die Möglichkeit gesehen etwas "Gutes" für die Gesundheit und das Wohlbefinden meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tun zu können. Und für uns als Arbeitgeber sind ergänzende gesundheitsfördernde Maßnahmen natürlich auch ein kleiner Vorteil bei der Suche nach neuem Personal.

TK: Welche Rolle spielen denn Gesundheitsaspekte in Ihrer alltäglichen Arbeit?

Majer: Das Thema Gesundheit spielt in unserem Kita-Alltag eine wesentliche Rolle. Neben unserer christlichen Ausprägung bildet "Gesunde Ernährung" einen weiteren Baustein unseres Einrichtungsprofils. Wir achten zum Beispiel auf eine zuckerarme Ernährung der Kinder und haben eine eigene Köchin im Haus, die die gemeinsamen Mahlzeiten frisch zubereitet. Darüber hinaus haben wir mehrere Bewegungsangebote für die Kinder, wie etwa einen Rollenspielraum, eine Turnhalle oder unsere Außenanlage.

Astrid Majer

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Leiterin der Kita Lindenhof

TK: Wie ist das Projekt dann konkret gestartet? Die Besonderheit von "Gesunde Kita" ist ja, dass die beteiligten Einrichtungen eine eigene Strategie entwickeln.

Majer: Nach unserer Bewerbung ist uns das Projekt von einem TK-Mitarbeiter noch einmal näher vorgestellt worden. Um ein Konzept für uns zu entwickeln musste dann zunächst der Bedarf ermittelt werden. Mit Hilfe einer Befragung haben sich die Themen Kommunikation, Rückengesundheit und unser hoher Krankenstand als Schwerpunkte herausgestellt. Mit der letztgenannten Problematik haben wir uns dann vor Projektbeginn an anderer Stelle auseinandergesetzt, so dass wir mit Maßnahmen, die der körperlichen Belastung positiv entgegenwirken, gestartet sind.

TK: Welche Maßnahmen haben Sie dazu entwickelt und was hat es bereits in die Umsetzung geschafft?

Majer: Wir haben uns hinsichtlich der Rückengesundheit auf drei Einzelschritte verständigt. Neben dem Erlernen von gesundheitsförderndem Arbeiten, war dies eine Praxisanleitung der Erzieherinnen und Erzieher im Handlungsfeld Bewegung. Beides haben wir bereits in der Praxis umsetzen können. Eine dazugehörige Multiplikatorenausbildung steht noch aus.

TK: Mit wem haben Sie die genannten Maßnahmen in Ihrer Einrichtung umgesetzt?

Majer: Mit etwas Suche haben wir eine Physiotherapeutin aus dem Umland gefunden mit der bereits sechs Termine hier in der Kita Lindenhof stattgefunden haben. Sie hat uns sehr praxisnah im Rahmen der Dienstbesprechung theoretische Aspekte rund um das Thema Körperhaltung vermittelt. Auch den alltäglichen Umgang mit Hilfsmitteln aus unserem Arbeitsumfeld hat sie sich angeschaut und uns direkt Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.

TK: Welche Rückmeldungen aus dem Team haben Sie bekommen?

Majer: Mein Team war sehr angetan von den neuen Anregungen für den erzieherischen Alltag. Besonders die Anpassungsfähigkeit der Therapeutin und die einfache Umsetzbarkeit der Maßnahmen haben uns gefallen. Wir haben schnell gemerkt, dass bereits kleine Änderungen eine große Wirkung auf die körperliche Belastung haben können.

TK: Welche Maßnahmen haben Sie noch in Planung?

Majer: Mit der bewilligten Fördersumme würden wir gerne noch etwas zum Thema "Stress" machen wollen. Also der Frage nachgehen welche Faktoren bei uns Stress auslösen, wie man ihn wahrnimmt und welche Stresstypen es überhaupt gibt. Aber auch das Erlernen von Entspannungstechniken für die Praxis, sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als auch für die Kinder. Denn entspanntere Kinder tragen wiederum zu einem entspannteren Arbeitsumfeld bei. Dazu sind wir derzeit noch auf der Suche nach einem Experten der diese Dinge mit uns im nächsten Jahr umsetzt. 

TK: Würden Sie noch einmal teilnehmen bzw. das Projekt "Gesunde Kita" anderen Einrichtungen weiterempfehlen?

Majer: Ich würde mit der Kita Lindenhof gerne noch ein weiteres Mal teilnehmen. Vor allem unter dem Nachhaltigkeitsaspekt fände ich es toll, die erlernten Inhalte nach einiger Zeit noch einmal auffrischen zu können. Das Konzept hat mich soweit überzeugt und ich habe es bereits mit Erfolg anderen Kitas aus unserem Trägerverein empfohlen. Dort wird es jetzt in gleicher Form umgesetzt.

TK: Frau Majer, wir bedanken uns für das Gespräch!

Hintergrundinformationen

Der Verein CEKIS - Christliche Kitas e. V. ist Träger von fünf Bremer Kindertagesstätten und Mitglied des Bundesverbands der Sozialwerke Freikirchlicher Pfingstgemeinden im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR. Die Kita Lindenhof besteht seit Mai 2014. In zwei Krippen-, einer altersgemischten und zwei Kitagruppen werden derzeit 71 Kinder betreut.