Magdeburg, 6. November 2018. Nahezu jeder zweite Beschäftigte in Sachsen-Anhalt ist Berufspendler und fährt zur Arbeit in einen anderen Landkreis. Rund jeder sechste Berufstätige im Bundesland nimmt dabei sogar mehr als 50 Kilometer auf sich. Das geht aus dem Report "Mobilität in der Arbeitswelt" hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) am Dienstag veröffentlicht hat. Danach sind Pendler in Sachsen-Anhalt mit 18,5 Fehltagen pro Kopf rund einen halben Tag mehr krankgeschrieben als Beschäftigte mit kurzem Arbeitsweg. Zudem weisen sie bei einzelnen Diagnosen höhere Fehlzeiten auf und sind beispielsweise häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen als Nichtpendler.

Während auf jeweils einhundert Beschäftigte mit identischem Wohn- und Arbeitskreis im vergangenen Jahr 238 Fehltage auf psychische Erkrankungen entfielen, lag die Quote bei den Pendlern bei 284 Tagen. Auch Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems- wie beispielsweise Rückenbeschwerden- verursachten bei den Berufspendlern mehr Ausfallzeiten. Entsprechenden Diagnosekapiteln waren auf einhundert Frauen und Männer 371 Krankheitstage geschuldet, 45 mehr als bei den Nichtpendlern.

"Wir möchten mit der aktuellen Studie nicht zuletzt bei den Firmen auch für ein modernes betriebliches Gesundheitsmanagement werben, das sich auch den Problemen des Pendelns widmen muss", so Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt. Zudem verwies Hennicke auf die Eigenverantwortung der Beschäftigten. "Sie haben mit ihrem Verhalten auch häufig selbst Einfluss darauf, wie belastend das Pendeln für sie wird und wie sie zum Beispiel mit einer gesunden Ernährung, ausgleichender Bewegung oder mit Fahrgemeinschaften gegensteuern können."

Hinweis an die Redaktionen

Das Dossier "Mobilität in der Arbeitswelt" ist eine Sonderauswertung des TK-Gesundheitsreports, für den die TK jährlich die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der Versicherten mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung analysiert. Für die vorliegende Studie wurden Daten von 2011 bis 2017 der jahresdurchschnittlich 3,6 bis 4,8 Millionen TK-versicherten Beschäftigten von 15 bis unter 65 Jahren untersucht. Mehr als 66.000 davon hatten ihren Wohnsitz im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt. Zu den Erwerbspersonen zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.