Mainz, 31. Januar 2022. Der Krankenstand der bei der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz versicherten 250.000 Erwerbstätigen ist im vergangenen Jahr auf 4,2 Prozent gesunken (2020: 4,4 Prozent). Damit ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr ein kräftiger Rückgang von fünf Prozent. Der Krankenstand in Rheinland-Pfalz liegt allerdings erneut über dem bundesweit ermittelten Wert von rund 4 Prozent. Statistisch gesehen war somit jede Erwerbsperson im Bundesland durchschnittlich 15,3 Tage krankgeschrieben, was ebenfalls einem Rückgang von rund fünf Prozent zum Vorjahr entspricht (16,1 Tage).

Insgesamt registrierte die TK in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr rund 246.000 Krankheitsfälle - 9.000 weniger als 2020 -, und rund 3,85 Millionen Fehltage aufgrund von Erkrankungen von Erwerbstätigen. Je versicherter Erwerbsperson sank die Zahl der Krankschreibungen von 1,02 auf 0,98 Fälle.

Deutlicher Rückgang von Krankheiten des Atmungssystems

"Der Rückgang bei den Fehlzeiten kann insbesondere auf die deutlich gesunkenen Arbeitsunfähigkeits-Tage wegen Krankheiten des Atmungssystems zurückgeführt werden", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Hier haben wir eine Abnahme um ein Drittel festgestellt, was vermutlich mit den Abstands- und Hygienemaßnahmen sowie weiteren Corona-Regelungen zusammenhängt." Insgesamt entfielen auf dieses Diagnosekapitel 1,6 Krankheitstage je Erwerbstätigen. Auch im Hinblick auf die meisten anderen Krankheitsarten war im Jahr 2021 ein Rückgang der Fehlzeiten zu verzeichnen. "Allerdings gibt es auch Ausnahmen: So stiegen die Fehltage aufgrund von psychischen Störungen um 9,3 Prozent auf 3,3 Fehltage je Versicherten", sagt der TK-Landeschef. Mehr Krankheitstage gab es auch wegen Neubildungen (zu denen die meisten Krebserkrankungen zählen; +4,3%) sowie wegen dem Diagnosekapitel "Symptome u. abnorme klinische und Laborbefunde" (+2,6%).

"Es zeigt sich jetzt bereits im zweiten Jahr, dass Erwerbstätige mit der Möglichkeit, sich bei Erkältungskrankheiten unkompliziert telefonisch oder per Videosprechstunde ein Attest ausstellen zu lassen, gewissenhaft umgehen", sagt Jörn Simon. 

TK-DepressionsCoach bei psychischen Erkrankungen

"Ob die Pandemie mit ursächlich für die Zunahme der AU-Tage aufgrund von psychischen Erkrankungen verantwortlich ist, können wir im Moment nicht eindeutig sagen. Bereits seit mehreren Jahren beobachten wir eine Zunahme der Krankschreibungen in diesem Krankheitsfeld", so Simon. Für Menschen mit leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen hat die TK den TK-DepressionsCoach entwickelt und seine Wirkung in einer Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen überprüft. Das Ergebnis: Es geht den Nutzern und Nutzerinnen deutlich besser und sie erleben das digitale Angebot als große Hilfe. Simon: "Die wissenschaftliche Evaluation des TK-DepressionsCoaches hat gezeigt, dass sich die depressiven Symptome der Teilnehmer im Durchschnitt von einem mittleren Schweregrad auf einen klinisch nicht mehr bedeutsamen Wert verbessern."

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2022, der im Sommer erscheint. Grundlage bilden 5,5 Millionen bei der TK versicherte Erwerbspersonen, davon rund 250.000 aus Rheinland-Pfalz. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I. Mehr Informationen zum Angebot: TK-DepressionsCoach