Erfurt, 4. Februar 2021. Statistisch gesehen war jeder TK-versicherte Erwerbstätige in Thüringen im vergangenen Jahr 17,8 Tage krankgeschrieben. Gegenüber dem Jahr 2019 ist das ein Rückgang um 1,4 Prozent. 

Thüringer TK-Versicherte waren am häufigsten, durchschnittlich 3,09 Tage im Jahr, wegen psychischer Erkrankungen krankgeschrieben. Rückenschmerzen und Co. waren mit durchschnittlich 3,08 AU-Tagen der zweithäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Ebenfalls nur knapp dahinter lagen Atemwegserkrankungen als Ursache für Krankenscheine mit durchschnittlich 2,91 Tagen. 

Krankschreibungen aufgrund von COVID-19-Diagnosen machten mit statistisch gesehen 0,04 Tagen je TK-versicherten Thüringer nur einen sehr geringen Teil des Krankenstandes im Jahr 2020 aus.

Mehr psychische Erkrankungen, weniger Erkältungen und Co.

Wegen psychischer und Verhaltensstörungen blieben Versicherte damit 2020 4,3 Prozent häufiger zu Hause als im Jahr zuvor. Atemwegserkrankungen (minus 1,8%) und Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen (minus 1,4%) waren 2020 etwas seltener der Grund für eine Arbeitsunfähigkeit (AU) als 2019. Krankheiten des Verdauungssystems führten zu 2,5 Prozent weniger AU-Tagen. Sie waren mit statistisch gesehen 0,85 Tagen je Versichertenjahr der sechsthäufigste Grund für AU-Bescheinigungen.

"Die Maßnahmen der Corona-Pandemiebekämpfung spiegeln sich weniger in der Arbeitsunfähigkeitsstatistik wider, als es zum Beispiel nach den deutlichen Unterschieden in den Zahlen meldepflichtiger Infektionskrankheiten des Robert Koch-Instituts zu erwarten gewesen ist", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Das könnte unter anderem daran liegen, dass Erkrankungen von Kindern und Rentnern einen relativ hohen Anteil bei den meldepflichtigen Infektionskrankheiten ausmachen. In unserer AU-Statistik für Erwerbspersonen werden sie allerdings nicht erfasst.

So verhält es sich auch bei COVID-19-Diagnosen. Für die am stärksten betroffene Personengruppe der älteren Menschen werden keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt."

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Infektionskrankheiten ist im Vergleich von 2019 zu 2020 deutlich gesunken. Laut Statistik gab es in Thüringen beispielsweise dreimal weniger Norovirus- und 60 Prozent weniger Grippeinfektionsfälle. Die Hygiene- und Abstandsregeln während der Corona-Pandemie sind ein zentraler Grund für die Rückgänge. 

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2021. Grundlage dafür bilden die rund 5,4 Millionen bei der TK versicherten Erwerbstätigen (Berufstätige und ALG 1-Empfänger), Stand Januar 2021.